2017
 
 
 

Rezensionen

Editorial
Gästebuch
Archiv
Links
Kontakt

Suchmaschine

 
Weitere Artikel nach
Autor
Weitere Artikel nach
Titel

 

 

Drucken | Kommentar erstellen

_____________________________

Hans-Jörg Wohlfromm
Erschienen
Deckname Wolf -
Hitlers letzter Sieg
11/2001
edition q in der Quintessenz Verlags-GmbH, Berlin
415 Seiten mit 64 Fotos, Dokumenten und Abbildungen / DM 48.-
Hans-Jörg Wohlfromm setzt sich in acht Kapiteln mit einer Seite der Hitler-/ NS-Zeit auseinander, die in der Nationalsozialismusforschung in dieser Form bisher nicht so umfassend dargestellt wurde.

Zum Einen nämlich mit Hitlers Verhältnis zum Automobil und zum Anderen insbesondere mit seiner Einflussnahme auf die Entstehung des Volkswagenwerkes sowie die Namensgebungen und Umbenennungen von Städten, Gemeinden, Straßen und Plätzen in der Zeit des "Dritten Reiches". Der Autor geht dabei im Speziellen der Frage nach, inwiefern Hitlers "Lieblings- und Deckname" "Wolf" bei der Namensgebung der Stadt Wolfsburg eine Rolle spielte.

In den ersten beiden Kapiteln werden die Entwicklungslinien hin zum Bau des Volkswagenwerkes 1938 nachgezeichnet; besonders eingegangen wird dabei auf das Wirken der "Wolfsburg-Macher" Robert Ley und Bodo Lafferentz. Wohlfromm schildert, wie sich der spätere Diktator bereits in den 1920er Jahren mit der Idee der Massenautomobilisierung beschäftigte und nach 1933 mit der Realisierung seiner "Lieblingsidee" (Robert Ley) begann.

In den darauf folgenden Teilen wird auf die Bedeutung von Namen im nationalsozialistischen Deutschland eingegangen. Dabei weist der Autor nach, dass im "Dritten Reich" eine Reihe von Gemeinden nach Hitler benannt beziehungsweise unbenannt wurden - wie zum Beispiel das ostpreußische Dorf Sutzken in "Hitlershöhe". Im Fall der ersten im nationalsozialistischen Deutschland neu erbauten Stadt, die nach dem Wunsch Robert Leys bereits 1938 in Anlehnung an Hitlers Lieblingsnamen "Wolf" in Wolfsburg benannt werden sollte, aber auf ausdrücklichen Wunsch des Diktators eine Namensgebung erst nach Kriegsende erhalten sollte, kann der Autor nachweisen, dass Leys ursprünglicher Wunsch in den Nachkriegeswirren am 27.Juni 1945 tatsächlich in Erfüllung gegangen ist und mit dem Namen Wolfsburg Adolf Hitler ein bleibendes Denkmal geschaffen worden ist. Zugleich eines, das fortlebt, während andere Städte, die nach den Pseudonymen von Diktatoren benannt worden waren, wieder unbenannt wurden - prominentestes Beispiel Stalingrad.


"Deckname Wolf" ist für den geschichtsinteressierten Leser sehr zu empfehlen. Es zeichnet sich durch eine sehr detaillierte wissenschaftliche Recherche aus und ist dennoch von Vokabular und Ausdrucksform auch für den Laien gut lesbar.