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Ferrario & Martinelli / Zaniboni
Erschienen
Diabolik #1: Noch 60 Sekunden zu Leben, Eva Kant!
12/2001
Ehapa Verlag, Berlin
100 Seiten / € 2,99
Aus Amerika kennen wir das schon lange: Ein Verlag hat eine Idee, der andere kommt sofort mit etwas Ähnlichem nach. Ob Spidergirl und Batgirl, Epic und Vertigo – was sich anschickt verkaufbar zu sein, wird kopiert. Das ist ja auch nichts Schlechtes, möglicherweise arbeitet man ja parallel an der gleichen Idee.

Was die Amis können, können wir schon lange, schließlich haben wir das Marketing ja bei unseren Ex-Besatzern gelernt. Und da ist es nicht verwunderlich, wenn einige Monate nach dem Start der Serie "Dylan Dog" bei Carlsen eine ähnlich konzipierte Serie bei Ehapa erscheint.

"Diabolik" heißt die Konkurrenz und hat von Vielem ein bisschen mehr. Zuerst bemerkt man das größere Format, Diabolik ist zwei Zentimeter breiter. Dazu kommt noch ein besseres Papier und teilweise grün als zweite Farbe. Jetzt zu den Gemeinsamkeiten: Beide Serien sind "Verbrauchscomics" – zum "Eben-Mal-Lesen". Keine komplizierte Story, pure Unterhaltung. So wie eine Fernseh-Serie. Trivial wäre das Fachwort. Auch wenn es für intellektuelle Gemüter negativ besetzt ist, hat diese Literatur seinen Platz und kann Spaß machen, wenn die Geschichte gut ist.

Kennt noch jemand die alten "Agent X"-Storys? Genau in diese Kerbe schlägt das Ehapa-Comic. Diabolik ist einer der netten und intelligenten Ganoven, der mit seinem Charme und seinem Geschick den Super-Reichen die Diamanten trotz der kniffligsten Sicherheits-Systeme dieben kann (da gab doch auch noch die Gentelman-GmbH in Zack). Natürlich gibt es die Schönheit mit der nötigen Portion Pflichtgefühl an seiner Seite, hier heißt sie Eva Kant. Die Beiden haben es zu einiger Berühmtheit gebracht, was ihnen das Wohlwollen der Massen sichert, aber auch den Hass der reichen Bösewichter.

Wie man liest nichts wirklich Neues, aber das gut aufgemacht. Und so kann es gefallen. Diabolik will die Diamanten des herzlosen Jimmy Doors klauen, kriegt aber nur Fälschungen. Bei seiner Flucht gerät er beinahe in die Hände der Polizei, nur die geistesgegenwärtige Eva kann ihn retten, natürlich mit Hilfe einiger technischer Spielereien. Somit wäre der Wettkampf eröffnet, denn diese Blamage lässt Diabolik nicht auf sich sitzen. Also wagt er sich in die Höhle des Löwen, wohl wissend, dass dies eine Falle ist. Aber statt Diabolik geht Eva in die Falle und wird zu Jimmy Doors (ein nicht wirklich gutes Wortspiel) Geisel.

So bleiben am Ende des ersten Bandes die quälenden Fragen: Wie wird Diabolik seine Assistentin retten und die Diamanten erbeuten? Alles nachzulesen im zweiten Band.

Ein redaktioneller Teil behandelt die Geschichten rund um Technik und Abenteuer. Hier wird das Thema "Virtuelle Welten" anhand von Filmbeispielen beleuchtet. In der Vorschau auf die nächsten Bände erkennen wir, dass alle Diabolik-Geschichten Zweiteiler sind. Ein entscheidender Unterschied zu Dylan Dog, der auf der nächsten Seite beworben wird.


Diabolik ist solide Unterhaltungskost im sympathischer Gauner-Genre mit Wegwerf-Charme (und das ist nicht negativ gemeint). Ein bisschen bunter, ein bisschen größer, ein bisschen einseitiger und nicht so gewöhnungsbedürftig wie sein direkter Gegenspieler Dylan Dog.