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Bryan Hitch / Paul Neary / Warren Ellis
Erschienen
Authority #1 + #2
12/2001
Modern Graphics Distr. GmbH, Rastatt
Je 48 Seiten / je DM 12,95
Einfach FETT!!! Okay die Adjektive in der Selbstbeweihräucherung könnten nicht monumentaler sein, aber dieser Comic ist tatsächlich nicht schlecht! Nicht gerade billig, aber Preis-Wert im eigentlichen Sinne des Wortes.



Panini hat das geniale "Heaven's Ladder" im Original-Format angekündigt. Das wäre schon den einen oder anderen Blick wert, aber da hat das grafische Team offenbar noch geübt. Denn "The Autority" wirkt selbst im normalen Format einen Tick perfekter. Dazu kommt die gemeine Schreibe eines Warren Ellis.

Aber Eins nach dem Anderen. Hat Paul Neary schon immer für die tollen Bilder von Alan Davis (Excalibur) gesorgt, oder hat er von ihm die Technik gelernt? Egal, toll sieht es jedenfalls aus. Heroische Posen in One-Pagern und perfekte Perspektiven in jedem Paneel – das sind die Markenzeichen seiner Tusche-Kunst. Glatt ohne steril zu sein und die Neal Adam'schen Schattenstriche machen einfach schöne Bilder. Dazu noch die computertechisch veredelten Farben von Laura Depuy - das macht das Fest für die Augen komplett.

Grafisch lässt diese Serie nichts anbrennen. Die im redaktionellen Bereich genannten Namen der späteren Künstler dieser Serie versprechen, dass die Qualität zwar eine andere werden wird, aber bestimmt keine schlechtere (ein Manko vieler Serien in Amerika, die mit einer Top-Mannschaft gelauncht werden, sich dann aber im Mittelmaß totlaufen).

Warren Ellis steht für die Geschichten und das bedeutet KRASS. Superman ist lieb und nett (besonders in Weihnachts-Heften), Batman ist finster aber "The Authority" sind konsequent. Das macht am Anfang fast betroffen. Lieber eine halbe Stadt in Trümmern und hunderte Tote als eine ganze Stadt und Millionen von Toten. Das klingt hart, fast militant, ist aber nachvollziehbar. Trotzdem für den Mainstream-Comic nicht alltäglich. Als deutscher Leser fragt man sich, ist man nun faschistisch, wenn man solche Gedanken nicht gleich verteufelt? Man sollte sich auf jeden Fall mit dieser Logik auseinandersetzen (so wie man eigentlich keine Unterhaltung unreflektiert an sich lassen sollte, denn gerade die unterhaltsamsten Sachen sind diejenigen die die eigene Meinung am deutlichsten beeinflussen).

Story? Stormwatch, eine alte Image-Helden-Truppe sind längst Geschichte, und den Ultra-Bösewichten steht nun scheinbar nichts mehr im Wege. Aber im Verborgenen ist "The Authority" entstanden. Beheimatet auf einer gigantischen Basis in einem Zwischenuniversum mit ungeahnten Möglichkeiten (die mal wieder für die Eine oder Andere Rettung in der Not herhalten muss) sammelt sich in dieser Gruppe das letzte Bollwerk der Menschheit. Als erster Gegner lässt Kaizen Gamorra seine geklonten Heere auf die Erde los. Moskau, London und Los Angeles sollen sein Zeichen auf dem Globus werden.

Die ersten beiden Hefte der Serie enthalten die ersten vier Hefte der Original-Serie. Es endet mit den bedeutungsschwangeren Worten "Ihr seid nicht allein", welche die erste Story-Arc beenden.

Einzig die "auf Teufel komm raus" auf jugendlich getrimmte Sprache des Redakteurs und die vielen Satz-Fehler des ersten Bandes können dem Leser den Genuss an diesem Comic verleiden.

Es ist eine typische Serie im Image-Stil: Neue Helden, die man fast ohne Vorkenntnisse des jeweiligen Superhelden-Universums konsumieren kann. Nicht ohne Verweis auf alte Hefte, die man sich ja immer noch nachkaufen kann, aber dennoch eigenständig lesbar. Nur, dass Wildstorm seit den Wechsel zum Major-Verlag DC auf dessen gute Garde an Storyteller zurückgreifen kann. Und das macht diese neue Serie auch so rund: Harte und gut erzählte Geschichte mit phantastischen Bildern. Leider nicht ganz billig aber wie gesagt seinen Preis wert.