2017
 
 
 

Rezensionen

Editorial
Gästebuch
Archiv
Links
Kontakt

Suchmaschine

 
Weitere Artikel nach
Autor
Weitere Artikel nach
Titel

 

 

Drucken | Kommentar erstellen

_____________________________

verschiedene Autoren
Erschienen
Chartbreaker Vol. 1
12/2001
Codemaster
4 CD / ca. DM 70,-
Die liebe Weihnachtszeit steht mal wieder vor der Tür und was soll man schenken? Schlips? Oberhemd oder Unterwäsche (bitte in Feinripp)? Das neue Barbie-Plastik Teil zum Mörderpreis? Jedes Jahr das selbe Dilemma. Computerspiele? Schon besser.

Die Chartbreaker Vol. 1 bietet drei vernünftige Spiele und hat auch was dabei, wenn man kreativ werden möchte. Gerade das hat uns daran gut gefallen. Man kann zu Computerspielen stehen wie man will, wenn die Kinder gerne Jemanden am Computer erschießen wollen, werden sie das auch schaffen. Da kriegt man eben mal auf dem Schulhof eine selbst gebrannte CD mit dem neuesten Shooter. Man kommt daran einfach nicht vorbei. Und schließlich: War der Sinn beim Cowboy-und-Indianer-Spiel nicht ein ganz ähnlicher?

Die Zeiten ändern sich, aber die Inhalte scheinen sich zu halten. Und der Computer kann ja auch wirklich vieles bieten: Allein ein Abenteuer erleben wie in Tom Raider (das wegen des Kultstatus außerhalb jeglicher nachvollziehbarer Kriterien liegt), in GTA eine hammerharte Verfolgungsjagd zu Fuß oder per Auto überleben oder in einem Rallye-Auto durch das verschneite Finnland schlittern. Und wenn man dann die Nase von den Spielen voll hat, kann man zum Musiker werden mit Music 2000. Also richtig abwechslungsreich, wenn auch nicht jugendfrei.

Zu den einzelnen Programmen.

"Tomb Raider Chronicles" ist der letzte Aufguss des Markennamens "Tomb Raider" und spielt sich genau wie alle Vorgänger. Es hat auch die gleichen Macken. Grafik-Fehler an jeder Ecke und eine hohe Wiederholungsgefahr. Aber es macht einfach Spaß. Als Bonus Teil dieser Version: Der Level-Editor, mit dem man sich seine eigenen Abenteuer basteln kann. Auch das ist ja schon etwas kreativ und lässt den Benutzer das Medium Computerspiel aus einem anderen Blickwinkel erleben. Technisch nicht auf dem neuesten Stand, aber eben Kult und man sieht Lara in unterschiedlichen Outfits (sogar Matrix-Like!!).

Mit "Collin McRae" hat Codemaster die Genre-Referenz in die Packung gelegt. Wer eben mal etwas Spaß haben möchte, kann im Arcade-Modus gegen Computergegner durch Griechenland schlittern. Dass die Pflanzen am Wegesrand alle nur zweidimensional sind, tut dem Spaß keinen Abbruch, zeugt aber davon, dass das Spiel nicht mehr ganz taufrisch ist. Fortgeschrittene verlassen sich auf den Computerbeifahrer und beweisen sich auf Einzel-Etappen. Wer dann noch über ein Modem verfügt oder an ein Netzwerk angeschlossen ist, kann mit oder gegen echte Mitspieler sein Können im Durch-die-Kurven-Driften zeigen.

"GTA2" ist das härteste Spiel der Sammlung. Aus der Vogelperspektive jagt man sein Männchen mit unterschiedlichsten Aufgaben durch eine amerikanische Stadt. Man kann in Autos einsteigen oder per pedes die Gegend unsicher machen. Immer muss man sich jedoch vor den Mitgliedern der anderen Gangs und der Polizei in Acht nehmen. Da bleiben einzelne rote Flecken auf dem Bildschirm nicht aus.

"Music 2000" dagegen ist absolut jugendfrei und verschafft dieser Compilation das nötige Gegengewicht zum reinen Konsumieren. Die guten mitgelieferten Samples setzt man per Mausklick in der gewünschten Tonhöhe an ihren Platz im Vierviertel-Takt und lässt dann die Boxen richtig beben. So hat man schnell ein Erfolgserlebnis und für die angesagten Musik-Trends reicht dieses Programm als Einsteigerprodukt völlig aus. Möglicherweise ist ja schon am zweiten Weihnachtstag der Feiertagsrapp zur selbst gemachten Musik fertig. Kann auch nicht schlimmer werden als die bekannten schrägen Töne aus der Blockflöte. Wie gesagt, die Zeiten mögen sich ändern, die Inhalte scheinen zu bleiben.



Chartbreaker Vol. 1 macht Spaß und ist abwechslungsreich. Mit vier Programmen bleibt diese Box auch übersichtlich. Wer seine Kinder lieber an Musikinstrumenten hätten, kann mit "Music 2000" die Brücke zwischen Computerspielern und Musik-Machern schlagen. Es muss ja nicht gleich der Steinway-Flügel sein, auf dem man seine ersten Noten spielt.