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Jack Botermans/Jerry Slocum
Erschienen
Optische Illusionen, Puzzles, Rätsel, Vexierbilder und magische Quadrate
02/99
Heinrich Hugendubel Verlag, München
144 Seiten / DM 19,80
Ein ziemlich langer Titel... Deshalb hat der Verlag wohl auch die "optischen Illusionen" auf dem Einband ganz groß geschrieben und den Rest klein an den Rand gesetzt.
Leider verleitet diese Aufmachung zu der Annahme, das buch sei ausschließlich dem Thema der optischen Täuschungen, dem Spiel mit der Wahrnehmung gewidmet. Ein Irrtum, auch wenn das Vorwort ebenfalls diesen Schwerpunkt setzt: "Der Schein trügt"!

Zwar findet man zwischen den verschiedensten Arten von Rätseln und Knobeleien auch hin und wieder ein Suchbild oder eine optische Täuschung, doch sind diese weder besonders verblüffend, noch außergewöhnlich originell. Bei vielen "Täuschungen" läuft einem dafür der freudige Schauer des Wiedererkennens den Rücken hinunter - allzuviel Neues und Unbekanntes findet man bei den optischen Illusionen nämlich leider nicht.

Statt dessen bietet das Buch jede Menge Rätsel, eben junen zweiten Teil des Titels. Auch hier kommt dem Leser schnell einiges bekannt vor. Es stört aber vor allem die oftmals ungenaue Aufgabenstellung.
Weiter fällt unangenehm auf, daß "Viereck" oft als Synonym für "Quadrat" verwandt wird - man könnte sicherlich voraussetzen, daß der Leser "Quadrat" nicht erst im Fremdwörterbuch nachschlagen müßte!


Beim "Streichholzschachtelspiel" - soviel zum Thema "genaue Vorbereitung und Fehlerkorrektur" - paßt die Lösung nicht zur Bauanleitung - oder ist das ganze einfach nur spiegelverkehrt?
Solche kleineren und größeren Ungenauigkeiten trüben den Spaß am Rätseln und Staunen leider unnötig. Trotzdem stellen die Rätsel (nicht die optischen Illusionen!) den interessanteren Teil des Buches dar - und das kann man nur schade finden. Denn eigentlich hatten sich die Autoren ein durchaus vielversprechendes Aufgabenfeld vorgenommen. Im Vorwort wird immer wieder betont, wie wichtig es ist, eine neue Perspektive zu finden, den eigenen Blickwinkel zu verändern. Optische Illusionen, so die Autoren weiter, könnten uns zum Nachdenken über unsere vermeintlich objektive Wahrnehmung bringen und uns verdeutlichen, welche Rolle die Eigeninterpretation unseres Gehirns bei der Erfassung der Umwelt spielt.
Natürlich haben die Autoren viele optische Phänomene gesammelt, aber insgesamt wenig Neues entdeckt, worüber auch nicht hinwegtäushcen kann, daß sie sich um eine nette Präsentation bemüht haben.

Das Buch wirkt optisch ansprechend durch die vielen Illustrationen und die Gestaltung unterschiedlicher Seiten in unterschiedlichen Farben. Es regt geradezu zum Blättern und Schmökern an - und genau das muß der Leser auch tun, wenn er überhaupt ein paar spannende Rätsel entdecken will. Denn die Aufgaben sind nicht nach Schwierigkeitsgraden geordnet, und so braucht man einige Zeit, um sich aus den über hundert Problemen die reizvollsten und pfiffigsten herauszusuchen. Wer sich aber die Zeit nimmt, gerne knifflige Fragen beantowrtet und sich von den zugegebenermaßen nicht gerade wenigen Mängeln des Buches nicht abschrecken läßt, der wird auf so manches Rätsel stoßen, das ihm noch lange zu denken geben wird!