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Dietmas Bittrich
Erschienen
Das Gummibärchen Tarot
01/2002
Pendragon Verlag, Bielefeld
78 Karten mit Begleitbuch / € 20,35
Mystisches ist IN! Und Gummibärchen waren nie OUT – oder? Das kann selbst die Werbung mit Strahlemann Gottschalk nicht ändern. Beides zu verbinden hat der Autor schon mit "Das Gummibärchen Orakel" geschafft, ein vom umstrittenen Kulturpapst Reich-Ranicki nicht gewürdigtes Ereignis. Aber Bittrich wag sich noch weiter. In seinem neuesten Werk "Das Gummibärchen Tarot" nimmt er sich des Hilfsmittels vieler Wahrsagerinnen an, dem Tarot.

Erst einmal zum Tarot allgemein: Das Tarot will nicht die Zukunft vorhersagen. Richtig benutzt hilft es dem Leger, seine derzeitige Situation zu erkennen und Möglichkeiten zu sehen. Hört sich nicht doll an, ist aber ohne dieses Hilfsmittel oft gar nicht möglich. Zu sehr ist man/frau meist in der eigenen Welt und deren Problemen gefangen, als dass man die objektiven Gegebenheiten erkennen könnte. Und dabei hilft einfach das enträtseln der Karten.

Jede Karte hat positive wie auch negative Eigenschaften, doch welche trifft auf den Leger zu? Um das zu erkennen, muss man sich mit seiner Situation beschäftigen. Die Karte gibt dabei Denkanstöße, mehr nicht. Wenn nun jemand mit guter Menschenkenntnis ein Tarot legt, kann er Probleme erkennen und benennen, aber keine Zukunft vorraussagen.

Es gibt mehrere Tarots. Das Gummibächen Tarot ist natürlich das Erste, das Wahre und das Einzige, haben doch die Gummibärchen das Tarot erfunden – so sagt es jedenfalls das Begleitbuch. Hier werden auch die Karten und drei einfache Möglichkeiten, das Tarot zu benutzen, beschrieben. Ein Anleitung zum Legen der großen Arkana sucht man zwar vergebens, aber die Bärchen sollen ja auch das Thema lustig verpacken, da wäre eine zu tiefgreifende Beschäftigung mit dem Thema nicht angebracht.

Und so ist es die Aufgabe der Bärchen, neben der Möglichkeit das Tarot mal ohne mystischen Aufsatz kennenzulernen, etwas Freude in die Welt zu tragen. Die Original Tarot-Motive sind zum Teil etwas furchteinflößend, und deshalb nicht Jedermanns Sache. Selbst so gruselige Karten wie "Der Turm" mit seinen aus den Fenstern fallenden Bärchen oder "Der Gehängte" sind zu verkraften. So liest man unbeschwerter die Bedeutung der Karten. "Der Gehängte" vermag die Welt aus einer anderen Sicht zu sehen und zu neuen Erkenntnissen zu gelangen. "Der Turm" steht für ein Ende mit Schrecken, das man aber annehmen kann und das immernoch besser ist, als ein Schrecken ohne Ende.

Nicht ganz so gelungen wie die Motive ist die Verpackung. Vier Pappdreiecke sollen die Karten halten, können es aber nicht. Also: Weg mit dem Ding und die Karten einfach ohne Halter rein in den Karton, so haben die Bärchen auch viel mehr Platz. Und ganz kurze Zeit war sogar eine kleine Tüte Gummibärchen mit dabei, aber nur ganz kurz.



Das Fazit des Gummibächen Tarots: Nicht alles so verbissen sehen! Schon allein deswegen empfehlenswert.