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Nach einer Geschichte von Philip K. Dick
Erschienen
Träumen Androiden
01/2002
Der HörVerlag GmbH / PPA GmbH, München
1 MCC / € 13,55
"Bladerunner" ist ein absoluter Klassiker und als Film, egal mit welchem Ende, ein Muss für Science-Fiction-Fans. Aber der Film erzählt nur einen Teil der Geschichte von Philip K. Dick.

"Träumen Androiden (von elektrischen Schafen)" heißt die Kurzgeschichte, die Pate zum Film stand, und wie so oft sollte man die Umsetzungen in anderen Medien getrennt betrachten.

Es ist immer wieder verwunderlich, wie ambivalent sich der Bayrische Rundfunk zeigt. Einerseits brachte er sich vor Jahren mit dem Sendeverbot einiger kritischer Produktionen ins Gerede, andererseits gibt es aber besonders auf dem Gebiet des Hörspiels immer wieder gute und auch kritische Sendungen wie zum Beispiel "Träumen Androiden".

Dicks Thema in vielen Büchern ist die Realität und wie unterschiedlich sie wahrgenommen wird. So zeigt er mal ein Amerika im Stil des Dritten Reiches oder fragt, ob autistische Kinder ein anderes Zeitempfinden haben, und deshalb mit ihrer Umwelt nicht kommunizieren können. Wie man liest, ist Dick nicht nur interessant, sondern auch provokant und nicht immer leicht verdaulich.

Wo Bladerunner "nur" ein opulenter Blick in eine düstere Zukunft war, fragt dieses Hörspiel welches Leben eigentlich erhaltenswert ist. Was macht den Menschen zum Herren der Welt und darf er mit seinen Geschöpfen umgehen, wie er will?

Rick Deckard ist ein einfacher Polizist, der möglichst viel Geld verdienen möchte. Sein Job ist es, entflohene Roboter abzuschießen. Für jeden erledigten Job gibts Kredits. Und der Tag wird noch viele Jobs bringen. Dabei ist immer wieder die Frage, ob der Gegenüber nun ein Mensch ist oder ein Roboter, denn rein äußerlich unterscheiden sich die Adnroiden nicht mehr von den Menschen. Man muss schon die DNS untersuchen, um zweifelsfrei urteilen zu können.

Dann gibt es noch die Zwei-Klassen-Gesellschaft. Genetisch unreine Menschen leben isoliert und werden nur zu niederen Arbeiten herangezogen. Das erweitert die ursprüngliche Frage nach dem Wert des Lebens. Unstrittig ist sich die Geschichte beim Wert des tierischen Lebens, eine Eule ist unbezahlbar und für das Schaf, das sich Deckard wünscht, muss er noch einige Roboter töten.

Im Laufe des Tages verliebt sich Deckard in einen Cyborg - ist diese Emotion schon Grund genug, mit Sicherheit von sich behaupten zu können, kein Roboter zu sein? Nett ist auch der Gedanke, dass die Werbung die Rolle der Religion übernimmt, leider gar nicht mehr so abwegig, wie es sich zunächst anhört.

"Träumen Schafe" ist ein eher unspektakuläres Hörspiel. Fast elegant schlicht. Vielleicht an ein oder zwei Stellen etwas bemüht, aber sonst flott und glaubwürdig. Spannend wird es trotz einiger Schießereien nicht richtig, was die Geschichte aber bei dem Inhalt auch nicht benötigt.



Dieses Hörspiel ist eine tolle Geschichte, routiniert ans Ohr gebracht und wer nicht bis zur nächsten Wiederholung im Radio warten möchte, sollte sich diese Kassette vor allem wegen der nachdenkenswerten Story zulegen.