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Ken Siu-Chong / Omar Dogan
Erschienen
Dark Minds Vol. 2 #1
01/2002
Panini Verlags GmbH, Nettetal
112 Seiten / € 10,20
Dark Minds war 1999 ein absoluter Hammer. Düstere Geschichte mit vielen Überraschungen und super Zeichnungen im Anime-Stil. Gute Titel finden eine Fortsetzung, das scheint so sicher wie das Amen in der Kirche. Aber die Fortsetzungen sind nicht immer gleich gut, wie das Original.

Auf der ersten Seite scheint noch alles vertraut. Ein kurzer Rückblick auf die alte "Dark Minds"-Geschichte mit einem großen Bild von Tedashi und Akane im alten Stil. Die kleinen Portraits fallen zuerst gar nicht auf. Dann gehts aber in die Vollen. Hat den da ein Fan seine Lieblingsserie fortgesetzt? Die Zeichnungen haben eine eigenen Charme, so wie viele Kinderbilder ganz nett sein können, aber gut sind sie nicht. Wo ist die Leichtigkeit, die vielen Details und die Perfektion geblieben? Statt dessen plumpe flächige Zeichnungen ohne Finesse. Diese Art der Bilder kennt man aus anderen Fan-orientierten Publikationen im Manga Umfeld (Lensman, Macross usw.), aber als Ersatz für Pat Lee versagt Dogan auf ganzer Linie. Wären die Erwartungen nicht so hoch gewesen, Dark Minds Vol. 2 hätte auf Grund des Fan-Art-Charmes interessant gewirkt. So ist es anfangs enttäuschend. Aber im zweiten Band soll der Zeichner gewechselt werden – "Schau'n wer mal!".

Die Story ist leider im ersten Band auch nicht das Gelbe vom Ei. Ein Jahr nach den Ereignissen aus Dark Minds Vol. 1 gibt es wieder Paradox-Morde in Macropolis. Der zynische und abgehalfterte Tedashi wird zu Rat gezogen und entdeckt alle Merkmale des modus operandi von Paradox. Selbst die der Öffentlichkeit verschwiegenen. Ein Insider-Job? Oder ist Paradox wieder aktiv?

Dürfen wir Eve vorstellen? Ein auf Erotik programmierter Stufe-II-Cyborg. Doch sein Besitzer erlebt sein blaues (hier mehr blutrotes) Wunder, als er seine künstliche Dirne über der Leiche des letzten Freiers sieht. Der hat sein Gesicht verloren, und das trägt jetzt Eve.

Als zweiten Handlungsstrang muss Reiko wieder einmal herhalten. Doch nicht nur ihre Alpträume werden ihr zum Problem, sie wird auch noch von scheinbar selbständig agierenden Sicherheits-Cyborgs gejagt. Leider nichts mehr mit spannend und überraschend, in Vol. 2 gibt es Alltagskost.



Für sich allein genommen ist Dark Minds Vol. 2 gar nicht mal schlecht. Traditionsbewusste Krimi-Kost mit Fan-Zeichnungen im Manga-Stil. Nur im Vergleich zum phänomenalen Vorgänger enttäuschend.