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Scott Lobdell & Jim Lee / Whilce Portacio
Erschienen
Iron Man #1
02/1999
Panini Verlags GmbH, Nettetal
48 Seiten / DM 3,95
Es war einmal: Ein großer amerikanischer Comic-Konzern hatte eingeführte Serien, gute Geschichtenschreiber und noch bessere Zeichner. Alle waren in Knebelverträgen gefangen und eigentlich nur der Konzern verdiente richtig. Das wurmte besonders die immer populärer werdenden Star-Zeichner, die bald beschlossen, ihr Glück in einem eigenen Verlag zu suchen. Dieser neue Verlag wurde Image genannt und machte mit guten Zeichnungen und faden Storys viel Geld. Der große Konzern hingegen bekam die neue Konkurrenz bald zu spüren, und so ersonn man in den Chefetagen manchen unsinnigen Schachzug, der den einst größten Comic-Herausgeber fast in den Ruin getrieben hätte. Doch dann kam der große Crash auf dem bis dahin boomenden amerikanischen Comic-Markt. Zu guter Letzt gingen die guten Leute bei Image entweder wieder zu Marvel oder schlossen sich wie Wildstorm Productions der Konkurrenz DC an. Das Ergebnis der neuen Zusammenarbeit der Ex-Marvelianer mit dem alten und neuen Brötchengeber heißt auf deutsch "Die Wiedergeburt der Helden".

Wer die alten Abenteuer des Helden "Der Eiserne" kennt, muß sich umgewöhnen. Tony Stark ist nun ein ausgemachtes Ekelpaket, die ehedem schüchterne Pepper schmiegt sich an die Brust ihres Chefs, der regungslose Happy ist ein tougher Pressesprecher und Bruce Banner - jaja, der unglaubliche Hulk - ist Starks Angestellter. Die Schicksale von Bruce und Tony werden bei dieser Wiedergeburt ineinander verwoben, quasi zwei zum Preis von einem. Der böse Feind ist die Organisation Hydra und die sabotieren auch gleich ein geheimes Projekt von Stark International bei dem es um die Entwicklung einer Gammabombe geht. Das Unglück ist nicht aufzuhalten und so wird Tony zu "Iron Man" und Bruce zum "Hulk".

Als Zeichner konnte Marvel Whilce Portacio verpflichten, der seiner Lieblingsbeschäftigung, böse Menschen zu zeichnen, auch hier frönt. So erkennt man die Bösen schon auf den ersten Blick, was das Einordnen ungemein erleichtert; daß wird durch eine flott aber nicht zu tiefgründige Geschichte ohnehin nicht schwer gemacht. Besonders sexy ist Liz Ross ausgefallen. Die Sicherheitschefin von Stark International zeigt nie zuviel aber immer genug. Die Seiten sind abwechslungsreich aufgeteilt, ohne in alte X-Men-Unübersichtlichkeit zu verfallen. Besonders das Spiel mit dem Papierweiß auf manchen Seiten ist gelungen.

Zum Schluss des Heftes gibt es noch einmal den schon letzten Monat veröffentlichten und immer noch nicht besseren Artikel "Die Wiedergeburt der Helden", der diesmal nur etwas für Neueinsteiger ist.


Iron Man #1 ist eine gelungene Neudefinition des Charakters mit einigen Aha-Erlebnissen und Überraschungen für alte Fans, tolle Unterhaltung für den Rest.