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Mit einem Vorwort von Regisseur John Harrison
Erschienen
Dune - Der Bildband zur Fernsehserie
02/2002
Wilhelm Heyne Verlag GmbH & Co KG, München
166 Seiten / € 11,-
"Der Wüstenplanet" ist ein monumentales Werk, dass in der Science-Fiction-Literatur eine Sonderstellung einnimmt. Da wäre zum Beispiel die unterschiedliche Qualität der sechs Bücher, die von einzigartig bis "schnell mal Kohle gemacht" reicht. Aber wenn Frank Herbert mal gut ist, ist er fantastisch so wie in seinem ersten Dune-Buch.

Wenn ein Buch gut ist, dann wird es davon auch irgendwann einmal einen Film geben. Dino de Laurentis hat mit seiner Version der Geschichte um Macht und Verrat ein bewegendes und bedrückendes Leinwand-Epos geschaffen, das gerade durch die schonungslose Ausmalung von Herberts Gewalt-Szenen vor allem abschreckend wirkte. Nichts fürs amerikanischer Fast-Food-Volk. Doch der Stoff mit seinen Intrigen und Liebschaften ist in seiner exotischen Verpackung einfach zu gut, um von der Fernseh-Welt verschont zu bleiben.

Nach Merlin, dem golden Flies und anderen reich beworbenden "Flimmerkisten-Highlights", wurden auch Paul und die Sandwürmer mundgerecht und geschmacksfrei für die Werbeunterbrechung auf- und weichgekocht.

Dabei sehen diese mehrstündigen Unterhaltungsfetzen in der Vorschau wirklich vielversprechend aus. Tolle Bilder, eine Story, die zu umfangreich für die Vorschau und recht bekannt ist. Doch wehe, wenn man sich auf die endlose Dröge zwischen den Verbraucherinformationen einlässt. Eine plattgenudelte Story ohne Spannung, lieblos rezitiert im Stile einer bemühten Zusammenfassung. Dazu viele Bilder mit schlechten Kostümen und hin und wieder mal die tollen Szenen aus der Vorschau. Da fällt es selbst dem Sammler schwer, den dritten Teil wenigstens auf Video aufzunehmen.

Heyne bringt zur unsäglich schlechten Fernsehproduktion den Story-Bildband heraus. In der Tradition alter "Raumpatrouille Orion"-Bücher gibt es Film-Bilder mit begleitenden Texten. Mehr als eine Zusammenfassung der Handlung darf man nicht erwarten, und so ist dieser Part des Buches auch voll okay. Wer den Film verpasst hat und trotzdem schnell erfahren möchte, um was es vordergründig geht und welche Personen mitspielen, wird gut bedient.

Das Gewicht liegt hier auf den Bildern. Und von denen gab es ja bei den drei Film-Teilen doch noch eine Menge Gutes zu zeigen. Aber zu früh gefreut, bei einer Zusammenfassung kann man sich leider nicht nur auf die sehenswerten Sequenzen beschränken, und so überwiegt wie schon im Fernsehen auch hier das Mittelmaß. Wenn dieses Mittelmaß denn wenigstens technisch befriedigend wäre. Aber auch auf diesem Feld passt man sich der Maxime des Ganzen an: "Mach viel wenn auch nicht gut". Einfache Video-Prints wie in alten Biene-Maja-Comics. Unschärfen, verpixelte Bilder und Kompressions-Ränder prägen die Grafiken. Besonders bei ganzseitigen Bildern wird es fürchterlich. Hatten die Pappmache-Felsen in alten "Enterprise"-Folgen noch einen gewissen Charme, wirken die Szenenfotos des Fernseh-Wüstenplaneten oft billig.

Wirklich peinlich dann aber das Vorwort des Regisseurs, der von einer großartigen Produktion spricht. Da sollte man sich doch lieber ein eigenes Bild machen, oder das Geld für Video und Story-Bildband sparen, und die Bücher kaufen. Den einzigartigen ersten Band gibt es für knappe zehn Euro oder die ganze Wüstenplanet-Kassette mit allen sechs Büchern für circa 55 Euro. Die sind dann auch wirklich reinen Gewissens zu empfehlen.