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Garth Ennis / Steve Dillon
Erschienen
The Punisher – Marvel Exclusiv Special #2
03/2002
Panini Verlags GmbH, Nettetal
264 Seiten / € 20,45
Vergesst "Pulp Fiction" und Terence Terrentino – "Der Punisher" ist wieder da! Der ist böse, brutal und brutal gut.

Zuerst ein bisschen Hintergrund: Marvel hat ja in den letzten Jahren Einiges durchgemacht. Nachdem der Versuch, Amerikas größtem Vertrieb mit einer eigenen Kette von Comic-Läden Konkurrenz zu bieten, in einem Desaster endete und der ehemals kleine Konkurrent DC mit seinen Vertigo-Titeln jede Menge Lob und Käufer sammelte, mussten neue Ideen her. Die kamen mit "Marvel Knights" und, ganz aktuell in den Staaten, mit "MAX". Mal sehen, wo das hinführt.

Im Rahmen der Marvel Knights wurde der Vater der boshaften Vigilanten Punisher mit neuen Abenteuern beglückt. Er, der einer Reinkarnation als Frau gerade noch mal von der Schippe gehüpft ist (der muss schon bei seinem normalen Job genug bluten), zuerst mystisch, nun aber back to the roots bächtig möse!!!!

Zwölf Hefte dauerte das Schlachten, nun gibt’s das Ganze komplett auf Deutsch in einem Mörder-Band. Wer seine Geschichten lieber medium mag ist hier falsch, es wird blutig! Es beginnt rasant. Die Adrenalin-Spritze von Autor Garth Ennis, der schon mit Hitman bei Dino das Fan-Lager der Menschen mit seltsamen und möglicherweise untersuchungsreifem Humor bedient hat, hält vier Hefte lang. Dann wird es ruhiger. Im Heftchen-Format hätten wohl einige den Faden verloren, hier im Trade hält man Frank bis zum Schluß die Stange.br>
Die Story: Frank is back und das merken die Gnuccis an dem sich rapide senkenden Bedarf an Geburtstagsgeschenken. Zum Leichenschmaus kommen auch die wenigsten, denn der Punisher schein noch was vorzuhaben, es muss schnell gehen. Nebenbei noch ein pfurztrockener Gag in der Leichenhalle, nicht ohne Gruß an schon erwähnten Hitman: "Wenn es knallt, bleib hinter dem Dicken" und schwubs erwischt es den hinter dem dünnen Leichnam.

Privat macht Frank auf unnahbar. Aber das gelingt ihm nicht sonderlich gut. Irgendwie hat er bald die verängstigte Joan, den gepiercten Freak Dave und den schwer übergewichtigen Bumpo ins Herz geschlossen, und das endet meistens final für die, die nicht den Namen Frank tragen.

Wie soll es anders enden? Die Gnuccis beißen alle ins Gras, die geschundenen Polizisten, die begeleitet von der Häme der lieben Kollegen den aussichtlosen Auftrag erhalten, den Punisher zu fangen, kriegen ihre Chance, ein Stück vom Kuchen im Spiel um Macht und Wissen um des nächsten Schuld zu kriegen und die drei von der Tankstelle – tschuldigung – Franks Nachbarn kriegen ein bisschen Geld. Die drei Gelegenheits-Vigilanten, die sich nicht einigen können, welchen Abschaum man zuerst vernichten soll, bekommen ihre Audienz beim Papst der Vergeltung, wenn auch ohne die erhoffte Aufnahme in den Club der Blutvergießer.

Die Zeichnungen Dillons sind sehr englisch und untermalen die Geschichte, ohne von ihr abzulenken.

Bei so viel Blutvergießen sollte man sich mal Gedanken machen, ob man das gut finden sollte. Aber dann wäre der ganze Spaß vorbei – die Unterhaltung vorbei. Da heißt es für die Moral Augen zu und durch.


Rasanter Beginn, zwischendrin auch mal beklemmend, nichts für Kinder.Leute, die sich ein hartes Image wünschen, also "Pulp Fiction" als Kinderkram abtun, werden es laut sagen, dass sie bei der Lektüre Spaß gehabt haben.