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Jeph Loeb / Tim Sale
Erschienen
Daredevil: Gelb #3
04/2002
Panini Verlags GmbH, Nettetal
48 Seiten / € 5,10
Das nennen wir eine ordentliche Entwicklung: War Band eins dieser Reihe eher verhalten bis langatmig, konnte schon Band zwei überzeugen. Aber so richtig gut wird es hier im dritten Band.

Es beginnt düster. Der blinde Held sitzt hoch über der nicht wirklich schlafenden Stadt und sucht Karen, seine Sekretärin, oder Karen, seine Geliebte? Zweiteres obwohl ihm sein Compagnon seine Liebe zur blonden Schönheit erst gestand? Der Schurke Eule verkommt dabei eher zur Nebenfigur. Das wirklich düstere Ende der Geschichte spielt bei hellem Sonnenschein, als Foggy die beiden Turteltäubchen im Büro belauscht und seinen Rosenstrauß in den Mülleimer wirft.

Dann geht es gegen den Purple Man. Der kann Menschen fernlenken und entkleidet die heiß begehrte Blondine dieser Serie. Klar kriegt der Schurke für solch üble Taten eins auf die Zwölf. Foggy zieht sich aus dem Kampf um Karen zurück und Matt Murdock rettet die Männerfreundschaft, indem er als Daredevil Karen Avancen macht und so als Buhmann fungiert. Daredevils Kostüm wird rot und Murdocks Vater bekommt mit einem Fitnessstudio ein Denkmal gesetzt.

Ein harmonischer und mit Wehmut angereicherter Schluss einer wunderschönen Mini-Serie. So kurz kommen Loeb/Sale irgendwie besser. Obwohl eine Hommage an die alten Geschichten, sind es die Abweichungen, die das Neuerzählen einer Story interessant machen. So beschränkt sich die neue Version auf das "reale" Bild und verzichtet auf die grafischen Visualisierungen (Radarlinien u.s.w.) des Originals. Das, zusammen mit der als Brief aufgebauten Rahmenhandlung, ergibt einen sehr persönlichen Ton, obwohl auf Action nicht verzichtet wird. Wollten die beiden Macher zeigen, dass die Storys auch ohne Schnörkel - wie beispielsweise bebilderten Gedankenblasen - erzählt werden kann?

Im Original eher gut aussehendes Beiwerk ist Karen schon als Adressat des Briefes Mittelpunkt dieser Geschichte und dem wird ihre lebendige Darstellung gerecht. Sie flirtet heftig mit Matt und darf in der Kneipe sogar ein Bier trinken. Christian Grass legt in seiner Betrachtung der Geschichte die Idee nahe, dass es eher ihre blonden Haare sind und nicht das gelbe Kostüm des Helden, die der Geschichte ihren Titel "Daredevil Gelb" gaben.

Beckmesser kann diesmal nur auf die Schrift in den Briefstellen hinweisen, die im ersten Band mit Schreibmaschinenschrift, in den folgenden dann mit einem Handlettering-Font gestaltet sind.


Vom ruhigen ersten Teil bis zum herzerweichenden Teil drei eine toll zu lesende Geschichte mit ein bisschen Patina und viel sehenswerter Grafik.