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Helmut Remschmidt/Martin Schmidt/Pritz Poustka (HG)
Erschienen
Multiaxiales Klassifikationsschema
für psychische Störungen des Kindes- und Jugendalters nach ICD-10 der WHO
05/2002
Verlag Hans Huber AG, Bern
423 Seiten / € 39,95
Psychische Störungen des Kindes- und Jugendalters zeichnen sich durch eine besonders komplexe Herkunfts- und Wirkstruktur aus. Es ist deshalb mit der Multiaxialen Klassifikation, die Remschmidt bereits in der vierten Ausgabe herausgibt, gelungen, die Schwierigkeiten, die bei der Kodierung der Diagnosen nach dem einfachen ICD-10-Schema immer wieder auftauchen, weitgehend zu eliminieren. Während das reine ICD-10-Schema nämlich Mehrfachkathegorisierungen auch in unterschiedlicher Reihenfolge zulässt, hat Remschmidt et al. erstmals umfassend und praktikabel ermöglicht, eine einheitliche und umfassende Kodierung auftretender Störungen im Kindes- und Jugendalter festzulegen.

Das jeweils konkrete Krankheitsbild und die damit zusammenhängenden Faktoren wurden dabei auf sechs unterschiedliche Dimensionen aufgesplittet, die sich auf den Achsen "Klinisch-psychiatrisches Syndrom", "Umschriebene Entwicklungsstörungen", "Intelligenzniveau", "Körperliche Symptomatik", "Assoziierte aktuelle abnorme psychosoziale Umstände" und "Globalbeurteilung des psychosozialen Funktionsniveaus" verteilen. Anders als bei den klassischen ICD-10-Diagnoseschlüsseln können dabei auch äußere Einflussfaktoren und gegenseitige Wirkmechanismen in die Diagnoseverschlüsselung einbezogen werden.

Besonders hilfreich für die Anwendung in der Praxis ist die umfängliche Einordung der Einzelauffälligkeiten in ein Gesamtspektrum von Krankheits- und Störungsbildern und der Versuch, in einem umfangreichen Glossar die einzelnen Befunde so weit als möglich abzugrenzen - auch wenn dieser Versuch selbstverständlich anders als bei den meist anhand weniger im großen und ganzen objektivierbarer Kriterien beschreibbaren organischen Störungen immer nur ein Kompromiss bleiben kann.


Dank dem weltweiten Zusammenwirken kinder- und jugendpsychiatrischer Institutionen steht nun ein vollständiges, mehrdimensionales Abbild der psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter zur Verfügung.