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Erschienen
Erlanger Tagebuch: Tag 1
06/2002
8:00 Abfahrt

Wie immer mit Plan aber der üblichen Retour bei Nürnberg haben wir ab etwa 10 Uhr die schöne Gegend in Bayern um Erlangen herum kennen gelernt. Dank der freundlichen Hilfe Eingeborener fanden wir aber doch irgendwie das Erlangener Kongresszentrum. Der erste Eindruck: Ruhig. Nach den gut besuchten Veranstaltungen 1998 und 2000 etwas von gähnender Leere. Aber das war eigentlich nach dem Ende des Heftchen-Booms nicht anders zu erwarten.

Also ist die Gemeinde wieder etwas zusammengerückt. Auffällig war das Fehlen der vielen Manga-Leser. Bei einem Volumen von 75% des Umsatzes bei Carlsen und Auflagen von über 30.000 (Manga Power) und 80.000 (Banzai) hatte man etwas mehr Publikum aus dieser Ecke erwartet. Manga - Mode oder etabliertes Genre? Im Jahr drei des Phänomens noch nicht ganz klar. Der ältere Album-Leser prägte das Bild in den Gängen und die üblichen Schlangen bei den Signierstunden waren dem Ereignis Erlangen angemessen (beispielsweise Schultheiss runde vier Stunden).

Dank des Presse-Status bekamen wir einige interessante und vor allem im Fall Jarentov wirklich witzige Interviews. Kurzes Resüme: Nein, er ist mit seiner Arbeit nicht zufrieden; ja, er liebt die alten Godzillafilme und seine Arbeit ermöglicht es ihm mittlerweile, sich die Enterprise ST-TNG DVD Boxen zu leisten; nein, seine Frau hat ihm verboten, Spielzeug mit nach Hause zu bringen.

Chefredakteur Toni Verdini von Panini plauderte locker von der "Vier Tage mit je 14 Stunden"-Arbeitswoche und wunderte sich über die Kritik an den Übersetzungen.

Neben den Ständen der Verlage und Händler jede Menge Ausstellungen. Okay, die "Hellboy"-Ausstellung besteht aus sechs Bildern, eins davon von Mignola - so richtig Ausstellung ist das eigentlich nicht.

Highlight auf jeden Fall die Elefantenrunde: Donaldist Platthaus umgeben von den Häuptern aus den Häusern Ehapa, Carlsen, Dino und Mosaik. Etwas linkslastig. Credo: Das letzte Jahr war nicht gut, aber wir leben. Nur Ehapa mit 3,5 Millionen verkauften Asterix-Bänden zeichnete einen Silberstreif am Horizont, aber der ist wohl leider auf diesen Titel beschränkt. Noch mal "Hellboy": Zwar liegen die Verkaufszahlen des kleinen und feinen Hardcovers bei Gringo-Comics noch unter der Rentabilitätsgrenze, trotzdem hat man dort Band zwei schon rausgebracht. "Mit dem Film werden wir dann mehr verkaufen", so die optimistische Zukunftsperspektive, der Fan darf sich über einen weiteren schönen Band von Mignola freuen.

Speed bringt eine Reihe seiner etwas älteren Produktionen im Rahmen einer "Speed Classic"-Serie mit reduziertem Preis auf den Markt. Wer also "Terminal City" oder "Human Target" noch nicht hat – zugreifen!

Die Party am Freitag Abend wurde diesmal nicht von Ehapa allein ausgerichtet, Carlsen wollte heuer auch feiern. Da zwei konkurrierende Veranstaltungen dem eher freundlichen Nebeneinander der Comic-Community nicht gerecht geworden wären entschied man sich für Zusammenarbeit. Tolle Stimmung, gute Musik (dem gehobenen Alter des Publikums angepasste Beat-Klassiker von den Beatles bis zu "The Who") und leckerer Verpflegung – was will man mehr außer Aspirin?