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Erschienen
Mangas, Sushi und Cosplay
Animagic 2002 in Koblenz
07/2002
Weird Visions Media GmbH, Nistertal
Sind Mangas Comics? Für viele Jugendliche sind die japanischen Comics und die Zeichentrick-Serien ein Bestandteil des Lebens. Waren Comics nicht für den heutigen älteren Leser (den wir in Erlangen gesehen haben) ein Zeichen des Aufbegehrens gegen die elterliche Kultur? Aber wer kann heutige seine Eltern mit Tim und Struppi oder Asterix schon schocken? Da sind die von hinten nach vorne zu lesenden Taschbücher der Mangas schon eher geeignet. Und vollkommen unverständlich ist es für den erklärten Feind des Heranwachsenden Zeichentrickfilme im unverständlichen japanischen Originalton mit englischen Untertiteln zu konsumieren.

Egal warum, in Koblenz war die in Erlangen fehlende Comic-Generation zu finden. In Scharen liefen vor allem Mädchen (hätte ich nur damals mit meiner Comicsammlung beim anderen Geschlecht Eindruck schinden können) durch die Hallen. Laufen musste man, denn es wurde eine Menge für das Publikum geboten. Mehrere Räume mit Video-Vorführungen, Zeichenkursen, Fan-Art-Ausstellungen, Japanisches Essen, Händler- und Verlags-Ständen, Rollenspiel-Treffen, Karaoke (das haben die Veranstalter mit Selbstkasteiungstendenzen gleich neben das Orga-Büro eingeplant), Internet-Cafe, Video-Game-Konsolen und und und.

Das war so viel, das man das in der Nähe des Kongresszentrums liegende Schloss mit benutzen musste.

Am beeindruckensteen waren die vielen kostümierten Fans. Egal wo man war, an Figuren aus Weiss Kreuz, Hunter Hunter oder Sanctuary kam man nicht vorbei. Einige nicht schlecht und viele sehr gut. Der in der großen Halle abgehaltene Kostüm-Wettbewerb artete in eine Schultheaterwoche aus, denn jede Gruppe schien eine kleine Szene vorbereitet zu haben. Da es dabei auch mit viel Witz und Selbstironie zu Werke ging, beweist wie engagiert aber nicht weltfremd oder gar verrückt die Otakus mit ihrem Hobby umgehen. RESPEKT !! (Ach – wären die doch allenach Erlangen gekommen, es wäre so viel lebendiger gewesen).

Doch nicht alle waren glücklich. Die Veranstalter entschuldigten sich für die gestiegenen Eintrittspreise. "Normalerweise fragst du bei zwanzig Leuten an, ob sie als Ehrengäste kommen könnten. Davon sagen dann mehr als die Hälfte ab.“ Nur nicht dieses Jahr, und so hatte man jede Menge Prominenz aus dem Land des Lächelns, und das kostet Geld. Deswegen die leider notwendig gewordene Preiserhöhung (die für viele Fans hart war).

Aber dafür durften Auserwählte, die eine Probezeichnung eingeschickt hatten und ausgesucht wurden, einen längeren Zeichen-Workshop mit einem der Prominenten machen (nächstes Jahr haben wir mehr Ahnung, warum der Zeichner Prominent war, wir geloben Besserung) und andere, mit Voranmeldung, durften Stundenlang den weit gereisten Gästen Fragen stellen und Unterschriften sammeln. Was wünscht sich ein Fan mehr? Und so war die Stimmung in der leicht überhitzen Rhein-Mosel Halle gut, wenn auch am dritten Tag schon etwas müde.


Fazit: Wer die Begeisterung der vorwiegend Jugendlichen an Mangas und Anime erlebt hat, greift vielleicht auch mal zu einem der schwarz/weißen Taschenbüchern. Für Fans epischer Fantasy empfehlen wir Nausicaä, für Jerimah Leser Mother Sarah und für Leute, die mal reinschnuppern wollen die Magazine Banzai oder Manga Power. In Zukunft werden wir mehr zu diesm Thema bringen, versprochen!

Die Bilder der Cos-Player haben wir von der Seite http://www.maho-tsukai-tai.de geklaut, vielen Dank und besucht die Seite, dort gibt es noch viel mehr Bilder!