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Erschienen
Was macht unser Chefredakteur?
08/2002
Das ist eine zu schwere Bürde, unseren Chef beim Editorial zu ersetzen. Unlösbar gar, drum warten wir auf seine Eingebungen. Hoffentlich nicht so lange. Sonst geht es uns wie der bayrischen Regierung, und uns fällt nichts Besseres ein, als in die Politik zu gehen.

Ja, das wirft die Frage auf: Sollten Politiker nicht lieber in der Wirtschaft bleiben? Dann wären nur noch die Ghostwriter, die Wortverdreher und Märchenonkel an der Macht. Man stelle sich vor, diese geschulten Polemiker frei von Sachzwängen, frei zu fabu- und formulieren. Deutschland wäre wieder ein Volk der Dichter und Denker. Pisa könnte uns nicht mehr schief kommen (da erwarte ich jetzt aber einen kleinen Wortwitzschmunzler), und Parlamentssitzungen wären vieleicht nicht mehr nur unfreiwillig amüsant.

Aber so ist es leider nicht. Auch weiterhein und besonders zur Wahlkampfzeit bindet die Politik unsere fähigsten Geister. Die müssen aus Fliegen Elephanten machen, aus Wortdrehereien ideologische Grundsatzdebatten zelebrieren. Dabei steht immer das rote Gespenst der Gleichmacherei im Raum, denn vereinen sich in dieser Disziplin nicht alle in Unfrieden und Trennungszwang?

Da klingt der Rücktritt wegen ein paar hundert Euro Flugkosten nach einem letzten Bollwerk des aufrechten Menschen, oder hat auch der schon seine geregelte Pension sicher in der Tasche? Na dann frohen Ruhestand! Da werden wieder Vorbilder geboren. Wenn der moderne Manager auch nicht mehr weiss, wie man eine Schraube dreht oder den Besen schwingt, so darf er doch von der ökonomisch ultimativen Lebensabendregelung des aufrechten Politikers träumen. Da geht vieleicht die Wirtschaft den Bach runter, aber den Kanal haben die Firmen noch lange nicht voll. Lieber zwei Akademiker zuviel, als aus Versehen einen von dem Schlag, der die deutsche Wirtschaft der Nachkriegsära aufbaute: Dem, der auch schon mal selbst gearbeitet hat.

Na denn, also wenn ich mal lange genug im Parlament wäre, würde ich sagen, dass Israel ein Unruheherd im Nahen Osten ist, mit einem kleinen Beigeschmack des Vorwurfes vieleicht. Da müsste ich dann sofort zurücktreten - Mission acomplished (oder wie man das auch immer schreibt). Aber vieleicht muss man ja auch in zehn Jahren seinen Persönlichkeitstest nicht bestehen, da kommt was aus der Mission Impossible und vor allem Mission für unmöglich gehalten Ecke. Freundlichst träumend der Ersatz