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Erschienen
Saxomania mit Saxophonia
08/2002
Es ist schon eine ungewöhnliche Instrumentierung: Vier Saxophone ohne alles. So kommt die Mannheimer Formation "Saxofonia" daher – und sie begeistert bei jedem Auftritt ihr Publikum. Ein Beispiel dafür konnte am vergangenen Sonntag wieder einmal die Rennstadt erleben. Zum dritten Mal war das seit zehn Jahren erfolgreiche Quartett zwischen Ring und Wasserturm zu Gast, diesmal beim Sonntagsfrühschoppen im Pumpwerk-Garten. Dort drängte sich das Publikum bei warmem Sommerwetter zu Bier und Weißwurst – eine perfektere Kulisse hätte man nicht finden können und ein passenderes Programm wohl auch nicht.

Die Truppe bietet fetzige Sounds ebenso auf, wie "besinnlich groovende", so richtig heimisch fühlt man sich aber vor allem im swingenden Jazz. Altmeister Achim von Jena arrangiert aus jedem Musikstück etwas für die Saxophonisten zusammen, kann einen Bach ebenso in das goldene Schnarren transponieren, wie Gershwin, die Beatles oder eben guten alten Jazz. Bisweilen greift er sogar ganz eigensinnig zu Papier und Naoten und komponiert seiner Band eigene Stücke auf den Leib. Aber auch der Rest der Crew macht mehr, als nur nachzuspielen: Ralf Brinkmann, Christoph Krzeslack, der einzige Profimusiker der Truppe, und Jochen Woithe bringen ihr eigenes Temperament ein, ihre eigenen Ideen und einen großen Teil des Charmes, den die Saxofonia ausstrahlt. Denn besonders charmant kommt das fast beiläufige Geplaudere zwischen den Stücken an. Woithe plappert unaufhaltsam vor sich hin, sorgt für manchen Lacher, vor allem aber für die nötige Aufmerksamkeit. Gerade in der Frühschoppen-Atmosphäre hätte man bei so vielen Besuchern durchaus ein ausgelassenes Unterhaltungsrauschen erwarten können – aber nichts dergleichen. Dafür waren die Gäste viel zu viel Zuhörer, ganz gefesselt von den anregenden, mitreißenden Klängen von der Bühne.

Dass diese so ganz auf Rhythmus- und Harmoniegruppe verzichten können, ist an und für sich schon eine Erwähnung wert. Die Saxofonia macht sich beides einfach selbst: Perfekt sitzende Arrangements, die routiniert und mit so viel Freiheit vorgetragen werden, bedürfen keiner weiteren Unterstützung mehr, weil sie problemlos aus sich selbst heraus leben können. So bescherte man motivreich und dennoch aus einem Guss ein Programm, das auf das Publikum und die momentane Laune der Musiker gleichermaßen abgestimmt war – und das sich eben gerade nicht an die vorher aufgeschriebene Programmfolge halten musste.


Das Publikum dankte es den Musikern: Hockenheim in Saxomania.

Weitere Informationen über Saxofonia gibt’s im InterNet unter www.saxofonia.de