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Mark Millar / Mike Mayhew
Erschienen
Vampirella
09/2002
Modern Graphics Distr. GmbH, Rastatt
32 Seiten / € 6,- (#1) / € 4,- (#2)
Boah!!! Bilder im Stil von Bolton oder der Serie Aria! Fein! Aber so viel Blut!!! Das muss ein Vampir-Comic sein. Das hätte man schon am Titel erkennen können. Vampirella ist die Urahnin der erotischen Blutsauger-Storys mit Sprechblasen. Schon die alten Geschichten von Gonzales sparten nicht mit viel Fleisch und Blut. Nach ein paar nicht so dollen Reinkarnationen endlich eine neue Serie, die dem Kult gerecht wird.

Und heuer gibt's mehr von allem: Mehr Blut, mehr Fleisch und mehr tolle Bilder und dazu supercoole Rap-MIB's mit obercoolen Sprüchen.

Kostprobe gefällig? "Für diese Arbeit muss man ein Grundwissen bei Fantasy und Science Fiction haben, Bruder. Die meisten unserer Außenagenten rekrutieren wir bei Star Trek Conventions und in Comicläden." Da darf der amerikanische Con-Fan träumen.

Kein Kinderkram und von allem politisch Unkorrektem eine Extraportion. Das wird dann auch schon mal unfreiwillig komisch, wenn zum Beispiel die Chefin unserer Spezial-Agenten Minirock-raufziehenderweise das Briefing macht. Passt nicht ganz.

Einige Morde ganz nach Vampirart stören den Frieden in Irgendwo im weiten ländlichen Amerika. Vampirella bricht auf, um die Suculenten aufzustöbern. Ihre inneren Werte zur Schau stellend zieht sie durch verrufene Spelunken und trifft auch bald auf einen Täter, der kurz danach durch das Treffen mit einem Bello hart rangenommen wird. Es sind nicht wirklich die Schuldgefühle, weil er das Geheimnis von Gentle Creek rausrückte, die ihn zerreißen. So beginnt die erste Story-Arc, die sich über drei Hefte zieht.

Fleisch – man muss nicht bis Seite 22 warten, um die Wichtigkeit dieses Themas für diesen Comic und seine Popularität zu erahnen. Aber hier wird es so richtig klar, genauso wie die perfide Art, den gierigen Blick des Betrachters zu ärgern. Männliche Heteros werden hier Latzhosen lieben und Bikinis hassen lernen. Wo kommt das spärliche Stück Stoff überhaut her? Auf keinem anderen Bild kann man davon auch nur ein Schnürchen sehen!

Mal was ganz anders: Bloß nicht auf den Gedanken kommen, dass der Film Vampirella genauso gut wäre, wie dieses Comic. Der ist grottenschlecht und "glänzt" auch noch mit einem idiotisch agierenden und in peinlichen Klamotten steckenden Roger Daltry, dem Sänger der WHO und einstigem Rock-Idol.


Fettes Comic, fette Titten (endlich mal wieder dieses Wort) und leider ein fetter Preis (besonders bei der Nummer 1), bei dem jeder selbst wissen muss, ob es das wirklich wert ist.