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Erschienen
22. September: Augen zu und durch!
09/2002
Haben Sie eigentlich die Fliege auf Stoibers Backe (die im Gesicht) gesehen beim Fernsehduell mit Gerhard "Schrödi" Schröder? Wir haben es gesehen - war ja auch das einzig Interessante bei der ganzen Veranstaltung. Wobei man sagen muss: Stoiber hat sich ja nun äußerst gut geschlagen. Er vollbrachte, was man nie vermutet hatte - vollständige Sätze ohne die ansonsten bei ihm obligatorischen 7,55 "Ähms" pro Wort. Gut, eine Aussage darf man von einem Politiker nun wirklich nicht erwarten. Dafür brillierte Edi Silberlocke mit tollen Scherzen: Als er Peter Klöppel mit "Herr Bundeskanzler" ansprach, das war dann doch ein Schenkelklopfer.
Der Kanzler servierte außer seiner gerade beim Schauspielunterricht einstudierten Nummer "Staatsmann mit der ruhigen Hand" (leider wurde unser Vorschlag für die Kür zum besten Nachwuchsschauspieler von der "Theater heute" nicht berücksichtigt) auch nichts - herrliche Sendung zum Einschlafen. Beruhigend: Beim nächsten Fernsehduell am 08. September(diesmal bei den öffentlich-rechtlichen Schnarchnasen) gibt es wenigstens Titten, Titten, Titten (eigentlich sind es zwar vier, wenn wir voraussetzen, dass sowohl Maybrit Illner, als auch Sabine Christiansen jeweils in der "Standardversion" ausgerüstet sind, aber wir verzichten aus stilistischen Gründen...). Hoffentlich zeigen sie nicht dauernd Edi oder Gerd.

Apropos Titten. Es gab ja einen ziemlichen Tidenhub an der Elbe. "Land unter in Deutschland". Aber mal ganz ehrlich: War das nicht ein wenig zu auffällig eingefädelt von der SPD? Gerade hatte man noch Bundespräser Johannes Rau reanimieren müssen, nachdem der ins Wachkoma gefallen war, als er erfahren hat, dass man fürs Fliegen normalerweise bezahlen muss, Cem Özdemir hat seinen Strohhut genommen (wir weisen dabei gleich auf unsere Besprechung der "Romeo & Julia"-CD vom grünen Ex-Vorzeigemann hin - er hat jetzt eine zweite Karriere dringend nötig) und PDS-Fronti Gregor Gysi hat sich in seinen Stasi-Akten-Bunker zurückgezogen - da steigt plötzlich mitten im schönsten Skandal-Highnoon das Wasser und mit ihm der bereits abgewählt geglaubte Kanzler aus dem Umfragetief. Die CDU sieht natürlich gleich ihre Felle davonschwimmen. Immerhin haben wir jetzt den Beweis: Die Stammtisch-Experten hatten schon immer recht - Erdbeben, Hochwasser, Explosionen in Atomkraftwerken, die ganzen Ausländer und all der üble Gestank kommen von den Sozis (schon unser aller Vorbild Rudi Carell sang ja seinerzeit schon "und schuld ist nur die SPD"). Ist die "Jahrhundertflut" also in Wirklichkeit nur die Tränenflut Schröders, der die bittere Wahrheit des eigenen Versagens zur Kenntnis genommen hat? 1998 nach der furiosen Wahl des Meisters der Haarfärbekunst hat der damals noch echte "Braune" herausgeblubbert, "wenn wir es nicht schaffen, die Arbeitslosigkeit signifikant zu senken, haben wir es nicht verdient, wiedergewählt zu werden." Tja, so schlimm können die Folgen von Alzheimer sein: Heute erinnert sich bei den SPD-Granden an diesen Satz keiner mehr. Also: Der Kanzler weint und die Elbanrainer müssen Sandsäcke schleppen - Danke SPD!

Hoffenlich verwässert das nicht den Wahlkampf. Nun, einen solchen gibt es ja eigentlich traditionell nicht mehr, also alles egal.

Was macht ein Volk mit seinem tollen Wahlrecht, wenn zur Auswahl nur Luschen und Blindschleichen stehen. Wenn man das Angebot der Stoibers, Schröders und Fischers anschaut und dann auch noch unsere gute Frau Guido Westerwelle dazunimmt: Da könnten wir ja gleich Berti Vogts wieder zum Bundestrainer machen und Daum zum Kanzler wählen.

Aber, was solls: Am 22. September ist Bundestagswahl, man kann es drehen und wenden, wie man will. Also: Augen zu und durch!