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H.G. Francis
Erschienen
Sternentor #1: Der rote Nebel
10/2002
Maritim C. Hermann, Dortmund
1 CD, ca. 60 Minuten / € 6,65
Als 1980 nach neun Folgen die Serie "Commander Perkins" aus der Feder von "Perry Rhodan"-Autor H.G. Francis eingestellt wurde, war es zunächst sehr ruhig um den Freund von Major Hoffmann. Aber langsam kamen die Kinder von damals in die Jahre, und die Sehnsucht nach den Wegbegleitern der Kinderzeit wurde größer und größer.

So kam es zur Renaissance der Hörspiele und endlich gibt es neue Abenteuer mit dem Weltraumhelden: Unter dem Serientitel "Sternentor" dürfen Commander und Dimensionsbrecher wieder in Aktion treten. Auch diesmal zeichnet H.G. Francis für die Story verantwortlich. Dass man das nicht unbedingt als Gütesigel ansehen kann, hat er selbst mit dem unglaublich unlogischen und auch schlecht vertonten Hörspiel "Das Geheimnis der Schereckander" bewiesen. Aber die alten und auch das neue Commander-Perkins-Abenteuer ist angenehme Science-Fiction-Unterhaltung fürs Ohr.

Um was geht es?
Aus dem Dimensionsbrecher entweicht ein roter Nebel, der die Erde überzieht. Spätestens als die ersten Menschen spurlos verschwinden und Raumschiffe an der roten Barriere explodieren, wird die Gefahr allen bewusst. Ist es eine Waffe oder eine Lebensform? Um diese Frage zu beantworten, begeben sich die Freunde per Sternentor nach "Empty", eine entvölkerte Welt – auch ein Opfer des roten Nebels?

Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen Schneider-Jugendbuch. Vielleicht sind deswegen lange Textpassagen gesprochen. So kommt leider am Anfang kein richtiges Hörspiel-Feeling auf. Dabei wäre es oft ganz einfach gewesen, die Erklärungen aus dem Off zu vermeiden. So hätte die Erklärung "als sich die Space-Boy der Erde näherte, wich der Rote Nebel zurück" durch den gesprochnen Satz "Siehst Du, ich hatte Recht, der rote Nebel weicht zurück" ersetzt werden können.

So und nun für Klugscheißer: Warum hört man nur das Gehgeräusch einer Person, wenn eine ganze Gruppe auf den Commander zukommt?

Zurück zu den Fakten: Maritim hat neue Sprecher verpflichtet, was bei den getreuen Gläubigen der Original-Hörspiele natürlich für Aufregung sorgt, für den Neueinsteiger aber völlig egal ist. Sogar bekannte Stimmen wie Captain Picard sind zu hören. Man muss die alten Folgen nicht gehört haben, um die Geschichte zu verstehen, hier wurde an Newbies gedacht ohne die alten Fans zu langweilen. Leider bleibt so auch das offene Ende der zweiten Story-Line der Orginal-Hörspiele unabgeschlossen.

Neu ist die orchestrale Musik, die um Klassen besser ist, als bei den alten Hörspielen und stark nach "Deep Space Nine" klingt (das wäre die bessere Titelmusik zur neuen Enterprise-Serie gewesen!). Manchmal sind die Musik-Passagen etwas zu lang, aber erträglich. Vor allem am Ende der kurzweiligen 60 Minuten kommt so richtig Stimmung auf. Und die Outtakes auf dem Bonus-Track sind den einen oder anderen Lacher wert und runden das Ganze super ab.


Trotz der Kritik darf man sich auf weitere Folgen der Serie freuen, denn sie wird gerade fortgesetzt. Endlich wieder vernünftige Hörspiel-Unterhaltung für den Science-Fiction-Fan, der mit der "Perry Rhodan"-Verhunzung von Universal vor ein paar Jahren ja Kummer gewohnt ist.