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Terry Prachett / Paul Kidby
Erschienen
Wahre Helden
10/2002
Manhattan, Verlagsgruppe Random House, München
160 Seiten, 160 Abbildungen / € 24,00
Ja es gibt sie immer noch, die wundervollen Bilderbücher für Erwachsene. Bilderbücher zeichnen sich ja nicht nur durch viele schöne Bilder aus, sondern auch durch eine Geschichte. Das Ganze für Erwachsene gibt es leider nur selten. Kleinode wie "Planeten Story" von Harrison/Burns oder "Das große Buch der Geister" von Frond/Lee finden sich nur sehr vereinzelt. "Wahre Helden" ist endlich wieder so ein schön gemachter Band, der vor allem die Augen, aber eben nicht nur sie anspricht.

Die Scheibenwelt ist der Inbegriff der Fantasy-Veralberung. Terry Pratchett hat in seinen bisherigen Büchern kaum ein Klischee ausgelassen und er hat sie alle durch den Kakao gezogen. Das ist dann auf die Dauer auch nicht immer geist- und abwechslungsreich, aber wer verlangt schon vom x-ten Aufguss einer guten Idee noch bahnbrechende Neuerungen? Gute Unterhaltung im bekannten und beliebten Stil ist, was man erwartet und auch bekommt. Glücklicherweise ist "Wahre Helden" kurz. 160 Seiten mit eben so vielen fast ganzseitigen Abbildungen lassen keinen Platz für aufgeblähte Seitenfüller, sondern begrenzen auf das Wesentliche – den Fantasy-Klamauk.

Das mit den 160 Seiten = 160 Abbildungen darf man aber nicht so ganz ernst nehmen - es steht ja schließlich Prachett auf dem Einband. Einige Bilder werden im Detail wiederholt, aber es bleibt ein Bilderbuch. Und das erzählt von einer aberwitzigen - es steht ja schließlich Prachett auf dem Einband – Reise durch das Weltall der Scheibenwelt rund um den Bauch der Schildkröte hinauf auf den höchsten Punkt, dem Sitz der Götter. Doch bis die beginnt, muss man sich mit Zeit- und anderen Paradoxen herumschlagen. Kein leichtes Brot für die ergrauten Kriegshelden im hölzernen Rollstuhl. Doch es sind eigentlich eben gerade diese Helden, die es aufzuhalten gilt.

Die Geschichte kann man nicht ganz verstehen, wenn "Wahre Helden" der erste Scheibenwelt-Roman für den Leser ist. Zu sehr wird in vielen Anspielungen auf die bisherigen Scheibenwelt-Romane hingewiesen. Aber Spaß macht dieser Band dennoch, und das nicht zuletzt durch die vielen erstklassigen und urkomischen Illustrationen von Paul Kidby. Schon der erste Blick zaubert ein Lächeln auf die Lippen des Betrachters. Neben der perfekten Ausführung in schon fast naturalistischem Stil sind es die vielen Details, die lustig sind. Einfach mal aufschlagen und sich einfangen lassen!


Das ist es, was ein gutes Bilderbuch ausmacht: Gute Bilder und eine gute Geschichte.