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Thomas Dräger
Erschienen
Zoran Janjetov im Interview
10/2002
Ehapa Verlag, Berlin
Das Interview in seiner ganzen ungekürzten (Directors Uncut) Länge gibts auch zum runterladen oder als Winamp-Stream.

Wo haben Sie ihren Stil her? Sie haben einen sehr photorealistischen Stil mit viel von Moebius

Es begann alles mit Moebius. Ich wollte es immer genauso machen wie Moebius es macht. Aber das ist unmöglich. Schließlich, nach vielen Jahren des Übens, habe ich beschlossen, es etwas anderes zu machen. Zuerst arbeitete ich an seiner Serien John Difool, da musste ich es in einem Stil machen. Als ich dann eine eigene Serie mit Jodorowsky machte, musste ich das ändern. Zuerst wollte ich alles sauberer machen und so startete ich mit acht sehr sauberen Seiten. Meine Produzenten und Schreiber sagten, ich solle es in dem alten Stil machen und ich sagte, ich mache es noch komplizierter noch besser als zuvor. Ich habe also einen noch dünneren Stift genommen um High Resolution Bilder zu zeichnen. Größere Seiten mit einem dünneren Stift dauerten viel länger und ich habe mich dafür eine lange Zeit verflucht. Jetzt bin ich beim vierten Buch und ich kann nichts ändern bevor die Serie fertig ist, und die geht bis Band zehn. Zehn Bücher in High Definition, das ist fürchterlich aber es funktioniert und die Leser lieben es, die Verlage lieben es, der Autor liebt es – jetzt ist zu spät sich darüber zu beschweren. Aber es wird besser. Während meines ersten Buches dachte ich noch in Schwarz/Weiß. Sie gaben es Fred Beltran um es einzufärben. Er musste einige meiner Striche entfernen um es einheitlicher zu machen. So musste ich beim nächsten Buch weniger machen, denn ich wusste, das einiges mit dem Computer gemacht werden würde. Nicht nur in den dunklen Partien, sondern auch in den hellen. Wenn ich etwas weich haben wollte malte ich nur die Außenlinien und gab Fred Beltran die Anweisung es mit seinen Mittel zu machen. So ist es etwas einfacher geworden aber es ist immer noch schmerzvoll bis ein Buch fertig ist

Haben Sie engen Kontakt mit Ihrem Coloristen?

Er wünscht sich permanenten Kontakt aber ich bevorzuge die Art von Teamwork in der Jodorowsky die Geschichten schreibt, und er erzählt mir gar nichts. Er gibt mir nur die Szenarien und die Dialoge und lässt mich den Rest machen. Und so möchte ich es auch mit Beltran machen. Er ist der dritte Mann im Team und er sollte genug Raum haben, sich selbst zu verwirklichen. Er möchte jede Kleinigkeit beschrieben haben und sagt immer, er möchte mit seiner Arbeit nicht zu weit gehen und ich bitte ihn dann zu weit zu gehen. Wenn wir nicht weitergehen können wir auch gleich aufhören.

Es hört sich an, als seien Sie sehr zufrieden mit dem Ergebnis

Nein, ich bin niemals mit Nichts zufrieden. Zuerst ist da die Geschichte. Die ist von Jodorowsky und somit ist sie gut – meistens.

Er wiederholt sich in der letzten Zeit häufig.

Ja, er wiederholt sich in letzter Zeit häufig aber das ist okay. Er liebt es unsäglich unmodern zu sein.

Aber es gibt einige Parallelitäten in den Technovätern und den Heften „Metabarone“.

Ja, es ist immer die Geschichte einer Initiation. Es fängt mit einer unschuldigen Person an, die durch harte Zeiten geht um etwas Größeres zu werden. Das ist die Konstante in seinen Geschichten. Aber ich bin nicht zufrieden mit meinen Zeichnungen und keiner ist es, weil ich weiß, wie sie sein könnten wenn ich mehr Zeit hätte, mich mehr auf meine Arbeit konzentrieren würde und so weiter.

Ich glaube, dass Sie der Einzigtste sind, der so unzufrieden mit Ihrer Arbeit ist.

Es ist schon das, was ich machen möchte, aber es wird nicht so, wie ich es machen möchte. Würde ich das tun, was ich tun möchte bräuchte ich einen Monat für eine Seite und das würde zu lange dauern. Ich könnte nicht leben oder meine Familie ernähren. Das ist das Travis Charest Syndrom: Er ist extrem langsam und er braucht Wochen und Monate für eine Seite und das ist wirtschaftlich nicht gut. Ich muss während des Zeichnens an so viele Sachen denken, aber das ist okay so und das Publikum merkt davon nichts. Jodorowsky sagt immer: „Du must Dich nicht so bemühen, die Öffentlichkeit weiß nicht was Du machen willst, das ist auch zu gut“ Ich antworte dann, das es vielleicht für einige zu gut wäre, aber ich muss meine Unterschrift darunter setzten. Da gibt es ein paar Kriterien, die erfüllt sein müssen.

Trotzdem gibt es eine lange Schlange für eine Unterschrift von Ihnen

Hier ist es okay. In Frankreich war es unvorstellbar. Ich hatte sechstündige Signiertermine und ich starb danach – es war fürchterlich.

Haben Sie diesen Erfolg erwartet?

Normalerweise sehe ich mein Publikum selten. Ich signiere ein oder zweimal im Jahr und deswegen gibt es immer einen größeren Auflauf. Das ist gut für das Selbstwertgefühl. Aber die meiste Zeit sitze ich in meiner Wohnung zusammen mit meiner Familie und den Katzen, dem Fernseher und der Musikanlage. Ich gehen selten aus, außer ein guter DJ ist in der Stadt

Soweit man es hier sehen kann, lieben Sie das Leben?

Ja, aber ich liebe es gemächlich. Nich zu viel Bewegung, zu Hause bleiben. Manchmal, wenn es mir zu viel wird wünsche ich mir daheim vor dem Fernseher zu sitzen. Das ist das Leben!

Sie sind Star Trek Fan?

Ich bin Star Trek Fan. Ich bin Star Wars Fan, Ich bin Godzilla Fan. Die alten aus den 60er. Diesen Film habe ich mir gerade gekauft. Das ist zwar keiner von den alten, aber er ist okay.

Mein erster Kinofilm war Godzilla versus King Kong

Oh ja, das war der größte Film in Japan überhaupt

Er war scheiße

Gelächter

Das erste mal, das ich Plastik-Brüste sah. Der Computer war in einem Frauenkörper – echt traschig

Es ist nicht wichtig, das es trashig ist, es darf nur nicht für Erwachsene sein.

Also was für Sie?

Genau!

Und Ihr Job erlaubt es Ihnen nun sich die Star Trek DVD-Box zu kaufen?

Momentan ja, aber ich verdienen nicht zuviel Geld damit. Ich bin nicht reich. Aber ich gehen nicht aus, ich fahre kein Auto, ich verreise selten. Ich habe ein Kind und eine Frau.

Teuer genug!

Wir lieben alle Spielzeug und wenn wir pleite sind, kaufen wir einfach keins. Und wenn dann wieder Geld da ist, stürmen wir raus und kaufen alles.