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Erschienen
Interview mit Naomi Fearn (ComicAction 2002)
11/2002
Naomi Fearn – die Zeichnerin des allerliebsten Zuckerfisch, ehemals bei Ehapa, jetzt bei Zwerchfell. Wo macht es mehr Spaß?

Macht beides Spaß, das eine so – das andere so.

Das muss jetzt natürlich erklärt werden "so und so".

Also – Ehapa ist der große Verlag mit einem großen Verlagsgebäude in Berlin, ja das sind alles ganz goldige Zuckerhäschen und bei Zwerchfell – das ist auch ein großer Verlag (riesen Grinsen im Gesicht) in einem 47-stöckigen Verlagsgebäude in Hamburg und die sind ganz spaßige Gesellen.

Man sieht Dir ein wenig die letzte Nacht an, das war sehr spaßig hast Du gesagt, wird diese spaßige Nacht in einem Deiner nächsten Comics kommen?

Ich denke ja.

Man muss also Angst haben, wenn man Dir begegnet, dass man gezeichnet wird (hoffentlich war ich freundlich genug)?

Ja – ja auf jeden Fall.

Deine WG hat da besonders darunter zu leiden.

Bei mir ist das weniger so, dass die Leute sich beschweren, als dass ich mir anhören muss, dass sie nicht drin waren. Es ist so, dass in meiner neuen WG - ich bin gerade umgezogen - sind schon zwei meiner Mitbewohner drin vorgekommen und der dritte noch nicht, weil der sehr schwer zu zeichnen ist. Und jetzt muss ich mir die ganze Woche anhören, dass er die nächste Woche gefälligst in diese Zeitung rein muss. [Die Stuttgarter Zeitung bring jede Woche eine Fearn-Seite]

Was ist an dem so schwierig, Frisur, Nase?

Ich weiß nicht. Er ist ein finnischer Schwede. Ich weiß nicht, was das über die Physiognomie aussagt, aber er ist schwierig zu zeichenen – ich weiß nicht warum.

Kannst Du von Deinen Comics schon leben?

Ja, ich kann von den Comics, die ich für die Stuttgarter Zeitung mache ..., die zahlen so quasi meine Miete.

Wie hoch ist die Miete?

Nicht sehr hoch - und fürs Essen muss ich dann noch andere Jobs machen, Zeichenjobs, was halt gerade anfällt.

Du bist ja gewechselt von Ehapa zu Zwerchfell, war das auch bei den Auflagen zu bemerken? Oder hast Du mehr ein Stammpublikum, das dir folgt, wo immer Du hingehst – was man verstehen kann? Wir machen auch gleich noch ein Foto.

Also, ob da eine große Gefolgschaft schon da ist, wage ich zu bezweifeln, weil ich habe ja erst zwei Bände. Aber in Stuttgart ist natürlich schon eine Stammleserschaft da, einfach weils jede Woche in der Zeitung ist. Und da ist dann auch der Verlag egal. Die holen sich das dann einfach. Ansonsten – der Rest des Landes – weiß ich nicht. So ein paar treue Leser habe ich, aber die kann man alle zusammen an einen Tisch setzen und man muss nicht noch extra Stühle dazuholen.

Gibt es wohlmöglich dann ein Fan-Treffen?

Wohlmöglich (Gelächter [Warum?])

Im Irisch Pub wie gestern?

Ja, die können dann da ne Skatrunde machen.

Das glaube ich nicht. Das ist genauso wie bei Janjetov, der meint, kein Mensch sei mit seiner Arbeit zufrieden.

Naja – solange ich mit meiner Arbeit zufrieden bin, reicht mir das schon.

Bist Du damit zufrieden?

Ja, ja, ab und zu schon.

Deine Sachen sind reine Autobiographie, oder?

Ich hab leider nicht genügend Phantasie, um mir Sachen auszudenken.

Das mit dem Zuckerfisch ist ausgedacht genug.

Ja, aber komplett neue Welten ausdenken wäre für mich unmöglich.

Hat sich schon einmal ein Psychiater an Dich gewandt? So – er hat das gelesen und liebe Autorin, wir müssen da mal was besprechen.

Ich habe ihn meiner Therapeutin geschenkt. Aber die sagte, das hätte sie ja schon alles gewusst.

Die Therpeutin ist zufrieden?

Ja!

Die meisten Leser auch. Vielen Dank für das nette Interview.