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Peter Keller
Erschienen
Präsident Herzhaft - Ein Portrait
03/1999
MUT-Verlag, Asendorf
194 Seiten / (nicht lieferbar)
Bundespräsident Roman Herzog, das siebte Deutsche Staatsoberhaupt nach dem Zweiten Weltkrieg, wird in Kürze aus seinem Amt ausscheiden. Das hatte er bereits 1994 angekündigt, das ist aber heute - bei den veränderten Stimmenverhältnissen auch in der Bundesversammlung - sicherer denn je. Damit folgt er dem Beispiel Gustav Heinemanns, Walter Scheels und Karl Carstens, die auch jeweils auf die grundgesetzlich eingreräumte Option einer zweiten Amtszeit verzichteten.
Herzog wird dann 65 sein und sien Privatleben kann - endlich - beginnen.

In seinem Portrait - für das höchste deutsche Amt in fast ungebührlichem Paperback bei MUT erschienen - gibt Peter Keller Einblicke sowohl in das Politiker- und Juristenleben Roman Herzogs. Dabei trifft der Titel durchaus ins Schwarze: Unverkrampft und beherzt, so haben die Bundesdeutschen den Präsidenten erlebt, einer, der auch einmal die Stimme erheben kann, wenn ihn keiner Fragt und der kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es darum geht, das rechte Wort zur rechten Zeit zu sagen.

Keller vermag es, die weiche, die herzliche, die sanfte Seite des großen Europäers zu beleuchten, dabei aber die Standhaftigkeit und Prinzipientreue nicht zu vergessen. In teilweise etwas verklausulierten Passagen umreißt er so eine Persönlichkeit, über deren Größe sich wahrscheinlich erst nachfolgende Generationen bewußt sein werden, weil Herzog keiner ist, der - wie landläufig immer wieder befürchtet wird - im Schatten seines Vorgängers Richard von Weizsäcker steht, sondern der eigene Schatten wirft.

Was leider fehlt, ist ein chronologischer Abriss über Herzogs Werdegang, wie man ihn bei einem Portrait schon erwarten darf.


Ein gemütliches Buch - passend zum Abschied von einem herzhaften Präsidenten.