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Chuck Austen
Erschienen
War Machine
12/2002
Panini Verlags GmbH, Nettetal
168 Seiten / € 10
Mit dem MAX Imprint möchte Marvel an den Erfolg der Vertigo Hefte von DC anknüpfen. Geschichten für Erwachsenen mit den Helden aus der Kinderzeit. Hört sich nach einer perfekten Idee an, ist es aber nicht. U.S. Warmachine ist durch und durch Nichts. Schon das Cover mit seinem „Warnung! Garantiert unzensiert“ lässt nichts Gutes ahnen.

Doch der Reihe nach. Nach dem Aufschlagen des Cover haben wir ein schwarz/weißes Heft vor uns, das auch bei den Zeichnungen mit ihrer Ausrichtung auf das Technische stark an Mangas erinnert. Das passt ja eigentlich gut zu Warmachine, warum also nicht? Hier möchten wir unsere Kritik auch nicht festmachen, dazu gibt die Story einfach viel bessere Ansatzpunkte. Die ist nämlich an vielen Stellen einfach unlogisch, unmotiviert und einfach zu konstruiert.

„Garantiert unzensiert“ darf man ruhig mit „Gedärme garantiert“ übersetzten. Aufplatzende Köpfe mit spritzendem Hirn werden zu Hauf gezeigt, warum fragt man sich bald, den diese Szenen bringen die eh schon dürftige Story nicht voran sondern stören eher.

Worum geht es? Warmachine bringt scheinbar unmotiviert auf extrem brutale Art zwei AIM Agenten um. Das dabei unschuldige Passanten ums Leben kommen stört ihn nicht. Tony Stark feuert ihn darauf hin. S.H.I.E.L.D. Engagiert den nun arbeitslosen Jim Rhodes für ein Spezial-Team voller Looser im Kampf gegen die sich selbst von ethnisch unreinem Mitgliedern säubernden Organisation AIM. So haben wir unsinnige Gewalt, Alkoholismus mit dem trinkenden Tony Stark, das Problem der Schwarzen in Amerika und dem Konflikt zwischen dem liberalem Schwarzen Jim und seinem Freund, der ein orthodoxen Black Power Kämpfer ist. Auf keiner der über hundert Seiten wird ein Motiv für Jims Tat auch nur angedeutet. Genauso unmotiviert ist Tonys Saufen und seine harsche und einsilbige Art, wie er mit Jim umgeht. Das Thema des Teams aus lauter Loosern, die sich in einer extremen Situation zusammen raufen müssen, ist so alt wie die amerikanischen Vietnam-Filme, und genauso langweilig.

Warmachine ist eine unausgegorene Pampe aus den angesagten Zutaten Gewalt und Anspruch, kann aber auf keinem Gebiet überzeugen. Faust (auf deutsch bei EEE) hat deutlich mehr Guts and Gore und fast jede Vertigo Serie (da gibts vieles und gutes bei Speed) hat mehr gute Story. Dazu kommt eine schlechte Qualität des Druckes, der oft unsauber, verschmiert oder durch Moirees negativ auffällt.

Muss man nicht haben. Macht weder Sinn noch sieht es gut aus, auch wenn die Zeichnungen in der Art von Adam Hughes eigentlich nicht schlecht sind.


Glücklicherweise beschränken sich andere Comics für Erwachsene nicht nur auf Gewaltdarstellung und Aufzählung von Problemen. Setzten sechs.