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Naoki Urasawa
Erschienen
Monster #1: Herr Doktor Tenma
02/2003
Ehapa Verlag, Berlin
ca. 224 Seiten / € 6,50
Das soll ein Manga sein? Keine Kulleraugen, keine Speedlines, die Geschichte spielt in Düsseldorf und die meisten Namen kann sogar ein normal Sterblicher aussprechen! "Monster" ist halt etwas besonderes! Besonders weil es ganz normal anfängt. Keine haushohen Kampfmaschinen, magische Mädels und dergleichen, sondern eher Alltag auf einer deutschen chirurgischen Station. Kenzo Tenma arbeitet auf dieser Station und ist der begabteste Neurochirurg. Liiert ist er mit der Tochter des Krankenhausdirektors. Das, und die Tatsache, dass er ohne großes Aufhebens mit anschaut, wie eben dieser Direktor die Lorbeeren für Kenzos Leistungen einstreicht, lassen seine Zukunft als aufstrebender Arschkriecher in einer verschleimten und alltäglichen Hierarchie sicher scheinen. Nur ein Vorfall lastet auf seiner Seele. Eines Abends wurde er von einer Operation abgezogen, um einem berühmten Sänger das Leben zu retten. Leider verstarb der ursprüngliche Patient - ein gewöhnlicher Mensch mit dessen Rettung man keine Publicity erreichen konnte. Er will aus dieser Tretmühle aussteigen und endlich wieder einfach nur Menschen helfen. Das tut er auch und operiert einen kleinen Jungen anstatt des Bürgermeisters. Dessen Leben und mit diesem dessen Zuschüsse für das Krankenhaus hängen an einem seidenen Faden. Der Junge wird gerettet, der Bürgermeister stirb und Kenzo verliert seine Verlobte und alle Aussichten auf eine große Karriere.

Gedemütigt und desillusioniert wünscht er am Krankenbett des im Koma liegenden Kindes, sich an den drei Hauptverantwortlichen seiner jetzigen Situation zu rächen. Ein fataler Fehler, den er jedoch erst am Ende des ersten Bandes einsieht.

Es beginnt also recht "normal", doch der gerettete Junge ist das Böse. Er hat sich bei Kenzo mit dem Tot der Peiniger bedankt. Diesem Verbrechen geht der außergewöhnliche Inspektor Runge vom BKA nach. Der hat ein phänomenales Gedächtnis. Er kann sich auch neun Jahren später noch an jedes Detail erinnern. Denn da kreuzen sich die Wege von Runge und Kenzo erneut. Diesmal geht es um eine Mordserie an kinderlosen Ehepaaren. Der einzige Zeuge wurde von einem Auto überfahren und liegt im Sterben. Da erinnert sich Runge an Kenzos Begabung und lässt das Opfer in dessen Klinik einliefern. Kenzo rettet den Mann. Der findet Vertrauen zu unserem Chirurgen und erzählt ihm von einem eiskalten Killer, der hinter den Morden steckt.


Was mangatypisch ist, sind die perfekten Zeichnungen. Ansonsten ist hier vieles erfrischend untypisch. Hoffentlich entwickelt sich dieser Comic nicht zu einer Horror-/Monster-Story, das wäre schade. Der Beginn ist auf jeden Fall lesenswert und könnte auch den Freund des normalen Krimi-Comics mal zum Manga greifen lassen.