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Ron Marz / Claudio Castellini
Erschienen
Silver Surfer: Gefährliche Artefakte
02/2003
Panini Verlags GmbH, Nettetal
48 Seiten / € 9,95
Panini hat in seinen Foren Threads aufgemacht, in denen die Leser aufgefordert werden, Fehler zu melden. Das machen wir doch gerne, vielleicht wird die Qualität der Lokalisierung nachdem man die Fehler kennt endlich besser. Denn diese Fehler sind besonders ärgerlich, wenn tolle Comics wie das vorliegende, dadurch einen bitteren Nachgeschmack erhalten.

Der "Silver Surfer" muss mal wieder das Universum retten. Eine untergegangene Zivilisation hat eine vielleicht zu mächtige Energiequelle geschaffen. Thanos schickt die Söldnerin White Raven und Galactus den Surfer aus, diese Energiequelle in Besitz zu nehmen. Es stellt sich heraus, dass sich hinter der potentiellen Waffe ein geschundenes Wesen verbirgt, das durch einen Fehler Ravens entfesselt wird. Es will nun blind Rache für sein Leiden nehmen. Der Silver Surfer stellt sich dem übermächtigen Gegner entgegen und Raven entschließt sich dann doch noch, das Richtige zu tun. Dass der explodierende Motor ihres Raumschiffes mächtiger sein soll als die galaktische Energie des Surfers, ist nicht der einzige Fehler in dieser Geschichte.

"Gefährliche Artefakte" zeichnet sich nicht durch die Story aus. Die ist okay und unterhaltend erzählt. Der Spannungsbogen wird solide aufgebaut und unterhält routiniert. Wirklich beeindruckend sind die perfekten Zeichnungen. Perfekt und schwarz/weiß? Ja, aber es ist kein Manga. Hier kommt das Beste von Neal Adams und Bryan Hitch zusammen: Klare Linien, viel Detail, tolles Spiel von Licht und Schatten und eine verwegene Seitenaufteilung schmeicheln dem Auge und erfreuen.

Doch nun zu den Fehlern: Zunächst ist besonders bei einem schwarz/weißen Comic die schwarze Farbe wichtig und es ist umso ärgerlicher, wenn einige Seiten nur mit einem Grau statt einem Schwarz aufwarten können. Aber das muss ja nicht bei allen Exemplaren der Fall sein. Was weiterhin verwirrt, sind die Seitenformate. Besonders die Doppelseiten wirken verkleinert und haben seitlich einen dicken schwarzen Balken, der fast ein Viertel der Seite einnimmt. Wohl auch ein Opfer des Formates: Auf Seite 46 ist Silver Surfers Kopf einfach abgeschnitten. Einfache Tippfehler sind zu finden (da kennen wir uns ja besonders gut aus, aber wer bezahlt schon seine Parnass-Ausgaben und unseren Lektor?): Seite 26 Panel 3 "Di irrst, Freund". Dem schließen sich Logikfehler in der Übersetzung an: Seite 27 Panel 1 + 2 "Zwang ist nicht vonnöten. Ich bin programmiert, allen Befehlen zu gehorchen"; darauf die Antwort der befehlenden White Raven "Schön. Aber Befehle sind eben meine Art." Das hört sich an wie "Das Bonbon ist süß" - "Aber ich will stattdessen ein süßes Bonbon". Auch unlogisch weil mit einem wirklich verquasten Konjunktiv: Seite 33 Panel 5 "Ich hätte dich umgebracht weil du dich mir in den Weg stelltest." Zu unguter Letzt blieb noch der englische Text "A fitting fate for both" auf Seite 47 Panel 3 stehen.

Schade, denn zu viele Fehler sind des Hasen Tot – oder wie auch immer dieses Sprichwort heißen mag ;-) Es bleibt ein wirklich superb gezeichnetes Comic ohne Ecken und Kanten mit einer politisch schon fast übermäßig politisch korrekten Story.


Wer sich von den vielen Fehlern nicht schrecken lässt, erhält super Zeichnungen.