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Uwe Anton
Erschienen
Atlan Centauri Zyklus #1: Attentat auf Arkon
04/2003
Pabel-Moewig Verlag KG, Rsatatt
64 Seiten / € 1,65
Back to the Roots! Seit 10 Jahren weiß man, dass die Richtung der "Perry Rhodan"-Romane wieder bodenständiger werden muss, will man den Mythos überhaupt am Leben erhalten. Das wurde seitdem auch immer wieder versucht, sogar mit Erfolg. Mittlerweile ist Perry in aller Munde, ein Comic wurde produziert, neue Hörspiele von hoher Qualität und eine nicht billige aber immer noch laufende Reprint-Reihe der alten Comics beweisen die aktuelle Popularität der Figur. In alten Zeiten kämpfte an Perrys Seite Atlan. Der silberhaarige Arkonide, Leiter der USO, Gestrandeter der Zeit und Held einer nicht ganz so langlebigen Romanserie ist nun wieder da, wo er hin gehört: Auf den Seiten seiner eigenen Serie. Eng verwoben mit der Hauptserie und wohl auch als "Einstiegsdroge" gedacht, wird der Unsterbliche zwölf Hefte lang seine Wiedereingliederung ins Perry-Universum vorbereiten. Nach der erfolgreichen Traversan-Reihe nun der Centauri-Zyklus.

Es beginnt genau so bodenständig wie spannend: Auf Arkon 1 wird ein Umhang gestohlen, dessen Macht dem Arkoniden wohl vertraut ist. Er weist eine Spur, die den Kristallprinzen zu Nathan und in ein noch fast unerforschtes Gebiet in der Milchstraße – nach Omega Centauri - führt. Hier wird die Heimatwelt der Lemurer vermutet, jener Rasse, die der Ursprung aller humanoiden Rassen sein soll.

Atlan darf es natürlich nicht zu leicht gemacht werden. Er verliebt sich in eine Verdächtige, bekommt den Auftrag von einer ehemaligen Geliebten, muss sich Hilfe auf der ihm gegenüber feindlich eingestellten Erde holen, verspielt dort seine letzten Trümpfe und begibt sich in unbekannte Gebiete voll alter Wunder und weltenverschlingender Waffen.

Dieser erste Band ruft das Feeling der guten alten Zeiten gekonnt und unverkrampft wieder in Erinnerung. Ein bisschen Liebelei, deutlich freizügiger als vor vierzig Jahren aber nicht geknüppelt auf Sex getrimmt wie leider auch schon passiert; ein bisschen Haudegen-Action mit dem quasi Raub des zweiten Umhangs aus der Obhut der Erde und Space-Opera, wenn er mit seinem Raumtransmitter in die Sternenballung Omega Centauri eindringt.

Sonderausstattung des ersten Bandes ist ein Poster mit dem Titelmotiv. Danke, nehmen wir gerne mit. Hätte aber nichts genutzt, wäre die Geschichte nicht gut gewesen. War sie aber.

Band zwei wird von SF-Radio-Prominenz Claudia Kern geschrieben. Da haben wir doch etwas Bedenken, ist die Dame doch mit einer scharfen Zunge gesegnet – was wir "Star Trek"-Enterprise Fans leidvoll erleben mussten. Aber wir haben Hoffnung, denn Atlan muss noch mindesten elf Hefte überstehen, Claudia wird ihn wohl leben lassen ;)

Die neue Serie wird sich inhaltlich in die laufende "Perry Rhodan"-Serie eingliedern, hier wird also "angefixt". Das macht Pabel-Moewig verdammt gut. Man sieht, in Rastatt kann man auf aktuelle Strömungen reagieren. Ein weiteres Zeichen dafür ist die schon erwähnte Comic-Reihe. Mit dem vierten Heft hat man sich endlich vom amerikanischen Zeichner getrennt und deutschen Zeichnern den Auftrag gegeben. Das ist aber leider nur für einen Achtungserfolg gut, denn mit der zweimonatlicher Erscheinugsweise und der doch haarsträubenden Story hat man es sich sowohl bei Perry- wie bei Comic-Fans verscherzt. Schade! Da wäre doch ein One-Shot zur nächsten Jubiläumsnummer eine Chance. Am besten mit diesem Atlan, dem Indigo-Zeichner Schulz und einer eigenständigen Story, die nicht die ganze bisherige Rhodan-Story auf zwei Seiten unterbringen will. Die Hoffnung stirbt zuletzt.


Atlan Nummer eins ist was für Sammler und für Leser gleichermaßen, gekonnt an alte Traditionen anknüpfend und auch aktuell genug aus der Feder eines Routinees – wenn das so bleibt, kann man (vielleicht muss man auch) bedenkenlos zugreifen.