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Erschienen
J-Junk 2003 in Groß-Gerau
04/2003
J-Junk (Anime & Manga Con)
Manga und Anime, gibt es eigentlich noch Comics und Trickfilme? Selten war eine Fangemeinde in Deutschland lebhafter als die noch junge Szene um die japanischen Verkaufsschlager. Der Hamburger Carlsen-Verlag ist schuld - mit seinem von hinten nach vorne zu lesenden "Dragonballz" Comic-Taschenbuch hat es irgendwie angefangen. Natürlich gab es schon früher Veröffentlichungen aus dieser Ecke, aber erst seit Son Goku sich durch seine Welt prügelt, treffen sich Scharen oft verkleideter Fans auf ihren Cons.

Eine der kleineren ist die J-Junk in Groß-Gerau. Aber sie ist die Größte in puncto Essen. Hier gibt es neben dem schon bekannten Sushi auch noch Ramen, Okonomiyaki, und ein Menge anderer, für den Anfänger unaussprechlicher aber leckerer Sachen. Und es gibt Ramune, eine Limonade, bei der der deutsche Aufkleber eigentlich alles sagt: Inhaltsstoffe sind Zucker, Säurungsmittel E301 und noch ein E – fertig. Ramune ist süß – noch mal fertig. Und man braucht Übung beim Öffnen. Schon Appetit bekommen? Der kleine Raum rund um die Küche war auf jeden Fall immer gerammelt voll. Die Einen saßen an den paar Tischen und aßen, die anderen - und das war die Mehrzahl - stand in der Schlange, um sich noch etwas zu kaufen.

Aber das Essen war nicht alles. Trotzdem waren die anderen Angebote irgendwie nur eine angenehmer Zeitvertreib bis man wieder Appetit hatte. Natürlich gab es jede Menge Anime zu schauen. Und die Besucher haben die meisten genossen; lautes Lachen oder Zwischenrufe waren keine Seltenheit. Ohnehin hatte alles einen eher familiären Charakter. Das lag vor allem an der Location. Mehrere kleine Bungalows mit zumeist nur einem größeren Zimmer, die durch überdachte und mit Graffity dekorierte Wege verbunden waren. In den "Sälen" gemischte Bestuhlung - vom Sofa bis zum Klappstuhl war alles da.

Richtig eng war es im Videospiel-Zimmersaal. Zwei Verantwortliche bestückten die vier Konsolen mit den vom Publikum gewünschten Spielen. Im Mittelpunkt waren die Musikspiele. Egal ob mit Tanzmatten oder mit Plastik-Instrumenten, es galt den Vorgaben des Bildschirms zu folgen. Das führte entweder zur Anerkennung oder zum breiten Schmunzeln der Zuschauer. Letztlich hatten alle ihren Spass, was doch das Wichtigste war.

Im großen Saal, hier passten auch wirklich einige Leute mehr rein, wurden Wettessen, Anime und Jeopardy angeboten. Wirklich eine Menge für die kleine Veranstaltung. A pro pos "klein" - über die 15 Prozent Zuwachs bei der Teilnehmerzahl wären andere Veranstaltungen wie C-Bit und Co. froh. Ganz privat war auch der japanische Generalkonsul aus Frankfurt zu sehen.

Aber wer konnte schon die vielen Angebote nutzen? Entweder war Stehen in der Schlange vor der Essensausgabe angesagt (die Schlange war übrigens wirklich nicht auf schlappe Bedienungen zurückzuführen, die Leute wollten einfach immer wieder was) oder man sprach mit Bekannten. Denn das ist ja sowieso ein weiterer Hauptgrund, um Conventions jeglicher Art zu besuchen: Gleichgesinnte treffen und sich mit denen unterhalten. Das wurde ausgiebig getan und das gute Wetter erlaubte es, sich auf der Wiese rund um die Bungalows auszubreiten – welch ein Glück.



Wenn die Veranstalter bis nächstes Jahr den Stress, die maximal zwei Stunden Schlaf und die schmerzenden Beine vergessen haben, gibt es auch 2004 wieder eine J-Junk. Wir hoffen es.

Unsere Bilder:
rechts:
J-Junk Logo
Küche voller begeisterter Köche
Verkleidete Fans

Im Text:
Tanzmattenspektakel (per Klick öffnet der Realplayer mit bewegten Bildern)
Sushitheke