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N'Guessan / Gibelin
Erschienen
Abersen #1: Am Anfang steht der Tod
05/2003
Carlsen Verlag GmbH, Hamburg
48 Seiten / € 10,-
Mal wieder eine neue Welt. Dass heißt neue Helden, neue Gefahren – neue Geschichten? Okay, dieser Bericht wird kein Loblied werden. Aber daran ist dieser Comic nicht selbst schuld. Der ist nämlich eigentlich gar nicht so schlecht. Aber leider gab es erste Bände, in denen nicht viel mehr geschehen ist, als eine neue interessante Story vorzustellen, schon zu oft. Das macht einfach auf die Dauer keinen Spass. Genauso wie die hundertzehnte Superheldengruppe bei Image Keinen mehr hinter dem Ofen hervorlocken kann, selbst wenn sie mindestens die Qualität ihrer Vorgänger haben sollte. Trotzdem braucht Abersen sich hinter anderen Vertretern des phantastischen Comics á là Alef Tau nicht zu verstecken. Zumal die Story auch dichter zu sein scheint, als der ohnehin gute Soleil-Durchschnitt. Aber ein wenig eigene und abgeschlossen Handlung dürfte ein erster Band schon haben. Hier fühlt man sich zwar interessiert, aber doch irgendwie alleingelassen.

Wer mit guten Geschichten Geduld hat, kann gerne zuschlagen, denn mit Helden, die nicht so richtig wissen, ob sie leben oder nicht, hat Abersen nicht nur ein Highlight. Die Geschichte um die prächtig gebaute Dame mit dem Loch im Kopf, den Bären mit Loch in der Brust, den weisen blauen Bären mit seinen plaudernden fliegenden Helferlein und den Titelhelden Abersen erfreut mit angenehm unvorhersehbaren Wendungen. Besonders angenehm fällt auf, dass die Figuren nicht einfach Gut oder Böse sind. Auch die Insektenplage, die für das Loch in des Bären Brust verantwortlich ist, ist nicht einfach nur Böse.

Doch worum geht es eigentlich in Abersen? Keine Ahnung. Wie schon geschrieben, Guessan stellt auf diesen ersten 48 Seiten nur die Kulissen und führt die Protagonisten ein. Durchaus gekonnt gemacht, hat das diesem Comic auch zur uneingeschränkten Anerkennung der Expertenrunde bei www.comic.de verholfen. Aber wohin die Geschichte gehen wird, ist völlig offen. Das mag interesant sein, kann aber auch eine unangenehme Leere nach der Lektüre hinterlassen.

Die Zeichnungen sind eine Mischung aus Soleil-üblichem Semi-Funny-Fantasy mit einem hastigen Moebius der schnellen Sorte. Angenhem anzuschauen und solide ohne Aussetzer oder Stilbrüche. Aber das erwartet man ja bei einer Produktion aus dem Hause Soleil.


Zu "Abersen" ist ein Fazit schwierig, denn es bietet interessante Ansätze, aber keine richtige Geschichte. Vermutlich ist es der Auftakt einer großartigen Story, aber die wird wohl erst in einem anderen Band der Serie erzählt werden.