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Erschienen
"Seeschbeidl und "Pälzer Ramazotti" in Hockenheim
06/2003
Vorbei sind die Zeiten, in denen "Du Pfälzer" hierzulande noch als Beleidigung aufgefasst werden musste. Schuld daran ist der Auftritt zweier Mundart-Comedians aus Neustadt. "Spitz&Stumpf" haben in den vergangenen Jahren einen Fischzug durch die Kurpfalz und weit darüber hinaus unternommen und Mitte Mai erstmals auch im Hockenheimer Kulturzentrum "Pumpwerk" gastiert. Bernhard Weller alias Friedel Spitz, selbst eigentlich nur Wahl-Pfälzer, ist der Kopf hinter dem Granaten-Duo, das den Saal mit seinem neuen Programm "De Deiwel wills" zum Toben brachte. "Eugen Stumpf" Götz Valter ist echter Pfälzer – und der in der Truppe, der am Ende eigentlich immer wirklich durchblickt. Weit über zwei Stunden verbrachten die beiden "dischbedierend" gemeinsam mit ihrem Publikum, mit Geschichten vom "Schorsch", der "kommunale Gerüchteschleuder", der "Mathild" und vor allem dem "Paul", dem Ringer aus Schifferstadt, der dem Friedel an den Kittel will –"„alles Seeschbeidl". Eugen singt sich in Hans-Moser-Manier in sein früheres Leben als "Woimiggl" ("Weinfliege"), Friedel macht die "Mimosa Armoris" an ("Was ein Gewächs – hätt ma dem verdrigglde Ding gar net o’gsehe!") und dann hören wir noch die traurige Geschichte "vum Hoinz un seiner Handymanie" – ein Herzinfarkt war sein Ende und ein "Abruf in Anwesenheit". "Spitz&Stumpf" ist Mundart-Kabarett vom Feinsten, eine gelungene Mischung aus Schauspiel, guten Texten und eine exakt abgestimmte Prise Slapstick.


Kein Wunder also, dass das begeisterte Publikum am Ende des Programms frenetisch Zugaben forderte – und dann noch einmal ein weiteres Highlight erlebte: Friedel als "Pälzer Ramazotti", der eigentlich nur den Text von der Milchtüte absingt – und so viel anders klingt das beim Original ja auch nicht.