2017
 
 
 

Rezensionen

Editorial
Gästebuch
Archiv
Links
Kontakt

Suchmaschine

 
Weitere Artikel nach
Autor
Weitere Artikel nach
Titel

 

 

Drucken | Kommentar erstellen

_____________________________

Klaus Fritz
Erschienen
Ein Sternenhimmel voll Vertrauen
03/2001
Märchenhafte Lösungen für alltägliche Probleme
Deutscher Taschenbuch Verlag, Münc
240 Seiten / DM 17,90

 

Eines Tages beschließt der kleine Stern Trumtino zu platzen. Das wäre ja nicht so schlimm, wenn auf diesem Stern nicht ein ganz besonderes Volk leben würde: die Trumtine. Sie werden bei dem gewaltigen Knall ins All hinaus geschleudert und - was für ein glücklicher Zufall - einer von ihnen landet auf der Erde.

Trumtinchen Deltanullzwei, so heißt der kleine Kerl, stellt erstaunt fest, dass er nach Erdenmaßstäben nicht größer als ein Fingernagel ist. Aber wie sich bald herausstellt, kann er selbst in dieser winzigen Gestalt viel bewirken...

Der gewitzte Trumtin bringt den Menschen und Tieren seiner Umgebung bei, wie sie mit einfachen Mitteln positive Energie freisetzen und speichern können. Dabei vermittelt er neben Methoden des NLP (Neurolinguistisches Programmieren) auch systemische und lösungsorientierte Kurztherapie - von jedem ein bisschen eben.

Und damit das Ganze auch gut verstanden wird, gibt es nach jeder neuen Methode ein Kapitel "So gehts", wo alles noch einmal etwas theoretischer und mit weiteren Literaturhinweisen erläutert wird.

Gedacht ist das Buch "für zwei", das heißt, für Erwachsene und Kinder gemeinsam. Das ist in sofern sinnvoll, als dass die Methoden ohne Anleitung der Erwachsenen für Kinder wohl nicht durchführbar sind. Auch die "So gehts" Kapitel sind eindeutig nur für Erwachsene gedacht. Und für die wäre die eindeutig für Kinder gemachte Geschichte von Trumtinchen dann doch etwas zu simpel. (Wobei die Frage bleibt, ob sie für Kinder so viel geeigneter ist!)

Überhaupt kommt der Geschichtenanteil, der nicht von therapeutischen Konzepten handelt, sehr kurz. Meistens wird jede (Fehl)handlung der anderen von Trumtinchen kommentiert, und alles ist so mit therapeutischen Fingerzeigen gespickt, dass es auf die Dauer etwas aufdringlich wirkt.

Das bunte Sammelsurium der unterschiedlichen Therapieansätze bewirkt zwar, dass man einen breiten Einblick bekommt und sich mit dem einen oder anderen vielleicht anfreunden kann - da man das Buch allerdings chronologisch lesen muss, wird man zwischendurch stark in Versuchung geführt, ein paar Seiten einfach zu überblättern, wenn es um Ansätze geht, die einen ganz und gar nicht ansprechen.

Insgesamt vermag die Geschichte wohl auch Kinder nicht so zu fesseln, dass sie bereit wären, das ganze Buch mit ihren Eltern durchzuarbeiten. Es ist auch fraglich, ob das nötig ist - vielleicht wäre es sowieso sinnvoller, in der jeweiligen Situation gemeinsam eine Lösung zu suchen, als "vorbeugend" für alle Eventualitäten zu trainieren. Ob alle Eltern von den hier angebotenen Lösungsstrategien so vollkommen begeistert sein werden, ist die nächste Frage. Und bei wirklich ernsthaften Problemen wäre es wohl ohnehin eher ratsam, einen Therapeuten aufzusuchen, der die entsprechenden Therapieansätze beherrscht.

Ein gutes Buch zum Reinschnuppern und Anregungen finden für Erwachsene, als Patentlösung für alle anfallenden Probleme des kindlichen Alltags aber eher unbrauchbar.

Eben doch zu "märchenhaft"!