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Erschienen
Bad Earth #1
06/2003
Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach
64 Seiten / € 1,50
Die Zeit scheint reif für Science-Fiction zu sein. "Matrix" im Kino, eine neue "Enterprise" im Fernsehen, "Atlan" und jetzt "Bad Earth". Das ist die neue SF-Romanserie bei Bastei. Unter dem Zeichen der Zinnen erwartet man Trivial-Unterhaltung vom Feinsten – zu recht, wie diese neue Serie beweist. Der erste Roman der Serie hat natürlich die Aufgabe, eine Menge spannender Fragen anzureißen, etwas Story und eine geballte Ladung Spannung zu vermitteln. Das schafft er.

Erreicht wird das durch das Zitieren bekannter und bewährter Mittel. Im Zentrum des ersten Bandes steht der Mars – wie schon in den letzten größeren Science-Fiction-Kinofilmen. Eine geheime Mission soll den Verbleib der ersten Mars-Expedition aufklären, die unter mysteriösen Umständen verschwand. Kapitän des Raumschiffs ist der Sohn des ersten Menschen auf dem Mars. Da wird ein späteres Treffen mit dem Vater schon fast unausweichlich. Kurz vor der Landung auf dem roten Planeten wird das Sonnensystem von einer schwarzen Welle gescannt und der Saturn zum Wurmloch á la "Deep Space Nine" verwandelt. Durch dieses Tor fällt eine Invasionsflotte ein, die sofort die Erde abriegelt. Die Marsexpedition ist auf sich alleine gestellt und unheilvolle Erinnerungen beispielsweise an die "Giants" aus "Ren Dhark" kommen dem versierten SF-Fan in Erinnerung. Oder natürlich an "Independence Day". Nur ein paar Beispiele. Alles endet mit einer machtlosen amerikanischen Präsidentin und einem Flug durch das Wurmloch, nur um auf der anderen Seite das Wort "Peking" lesen zu können.

Neben der angedeuteten Vater-Sohn-Handlung taucht auch die "Menschen gegen Klone"-Problematik auf. Auch immer wieder gern gesehen. Oder die "Von Aliens besetzte Erde"-Thematik – solange der Widerstand nicht rote Vs an Häuserwände sprüht. Aber das funktioniert doch auch bei der gerade laufenden "Atlan"-Serie: Nimm Bekanntes und mach eine gute und spannende Geschichte draus. Hauptsache, man wird gut unterhalten - und das kann "Bad Earth" auf jeden Fall. Dann wäre da natürlich noch unsere SF-Radio-eigene Claudia Kern, die jeden ordentlichen Stammhöhrer zum "Bad Earth"-Leser macht.

"Dippelesschisser", die wir nun einmal sind, müssen wir dann aber noch sagen, dass der Roman unter dem einen oder anderen Detail krankt - allesamt eher Anfängerfehler. So kommen aus dem Raumtor 76 fremde Raumschiffe (Achtung: Mehrzahl), die jedoch so beschrieben werden: "Das Gebilde ..." (das ist Singular und wohl direkt aus dem Expose übernommen). Reich-Ranicki würde mit diesem Roman nicht glücklich, aber für den Freund des Weltalls kann ich mir keine bessere Lektüre für den Baggersee vorstellen.

Okay, das Cover erinnert an alte "Amiga"-Rendergrafiken - ein bisschen zu dunkel und ein bisschen zu steril, aber es geht ja um die Story. Zu empfehlen ist die ausführliche Internetseite zur Serie. Unter www.bastei.de gibt es vieles rund um die neue Serie zu sehen. Da hat man sich ein Beispiel an der guten "Maddrax"-Internetpräsenz genommen.


Wenn sich jetzt Bastei noch trauen würde, sein Trivial-Programm auf der Buchmesse zu präsentieren, wären wir als alte "Möchtegern-Astronauten" rundum glücklich.

Dieser Bericht ist Teil der Online-Radio-Sendung Audio51 # 69.