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Erschienen
The Hammer #3
03/2001
EEE, Berlin
4 x 32 Seiten / je DM 8,90
Das ist der pure Horror! Kelly Jones, der schon mit den Batman-Heften aus der Batman-Box # 2 brillierte, lässt es hier so richtig krachen! Vier Hefte lang umgarnt der Meister des Schattenspiels, dem gewöhnlich kleinere grafische Patzer total egal sind, den geneigten Horror-Konsumenten mit allem, was das morbide herz begehrt: Eine Priese Sex, Monster, Beschwörungen, das bevorstehende Ende der Welt und gelegentlich ein staubtrockener Scherz. Um was geht’s?


Die mystisch bewanderten Weisen der Welt bekommen es mit der Angst zu tun, das Ende der Welt steht bevor (okay, das hatten wir schon). Isobel Grieson steht kurz davor ihr Lebenswerk zu vollenden: Die Anrufung der Alten (Ja, das sind die Menschen verschlingenden Monster aus H.P Lovekrafts Fieber-Fantasien, die bei Corben immer als niedliche Würmer erscheinen). Die Rettung der zivilisierten Welt obliegt dem Hammer. Ein aus keltischen Tagen bekannter Krieger. Den hat der Gelehrte Professor Wilcox gefunden, im Helm des fälschlicherweise für den Hammer gehaltenen menschlichen Körpers des Kriegers aus vergangenen Tagen. Der Hammer ist nämlich ein Alien-Säugling (Face Hugger wie der Fachmann zu sagen pflegt) ohne Schwanz oder ein Hirn mit Füßchen, ganz wie man will. Da der gute Prof nur noch drei Monate zu leben hat, entschließt er sich, der Bitte des Dings nachzukommen, und sich als neuer Wirt zu Verfügung zu stellen. Und dann geht’s los, über einige Zwischenstopps (blutig!) wird letztendlich die Welt gerettet. Schlusspointe inbegriffen.


Kelly Jones kümmert sich wenig drum, wenn zum Beispiel Alex Maybridge mal wie ein Dreißigjähriger und mal wie ein betagter Rentner aussieht. Dafür schafft er es als einziger, das Grauen das der gute alte H.P. bei der diffusen Darstellung der Alten (auch er wurde bei der Detaildarstellung zu normal) aufbauen konnte, grafisch um zu setzten. Obwohl hier nicht an grausamer Gewalt gespart wir, verkommt die Geschichte nicht zur langweiligen Schlachterei. Dazu trägt der englische Humor bei, den Jones immer mal wieder in die Geschichte einfliesen lässt. Zum Beispiel wenn sich Isobel von den alten Mächten in ein wie sie es nennt „Kraftkostüm dieser Zeit“ kleiden lässt und dann wie ein Mitglied der X-Men aussieht. Der Running Gag mit der Fresssucht ist auch ganz nett.


Die Hefte einzeln zu lesen macht keinen Sinn. So muss man mit DM 35,60 rechnen, wenn man sich den Hammer geben will. Damit ist dieses Comic fast so teuer wie es zur nur-Alben-Zeit gewesen wäre. Nach dem Aus für die Superhelden an den Kiosken kommt der deutsche Markt vielleicht wieder auf dieses Preisniveau. Nicht sonderlich schlimm, wenn es dafür so gute (aus Horror Sicht) Comics wie dieses gibt.