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Peter Terrid
Erschienen
Perry Rhodan Hörspiel # 7
Traumschiff der Sterne
08/2003
einsAMedien, Köln
1 CD / € 7,99
Die Fakten: Siebtes Hörspiel der neuen Perry Rheihe bei einsAMedien. Gewohnt hohe Qualität der Produktion, Freunde der sehr guten sechs Hörhspiele müssen auch die neue Folge haben. Traumschiff der Sterne ist wieder eine Bearbeitung eines Perry Rhodan Taschenbuches. Diesmal wird im Genre der Detektiv-Story "gewildert".

Das waren die Fakten, nun der lästerliche Kommentar: Was sich liebt, das neckt sich. Ich liebe die Hörspielreihe bei einsAMedien. Bis auf das wankelmütige "Vurguzz-Imperium" waren alle einsA Unterhaltung und professionell produziert. Nun muss ich die Leute hinter der neuen Produktion aber necken: "Traumschiff der Sterne" ist eine Detektiv-Story. Mehr mit Köpfchen als mit dem Strahler löst Lhoreda den Fall. Ich frage mich nur, wie seltsam muss man denken, um trotz der höllisch vielen Logikfehler dem Täter auf die Spur zu kommen? Bei guter Unterhlatung sollte man den Kopf ausschalten und genießen, aber bei Detektiv-Storys ist man dann doch verleitet, den Hinweisen zu folgen. Eins vorweg: Bloss nicht anfangen! Außer man befindet sich in einer Runde netter Menschen, die dem Metier ebenso positiv gegenüber voreingenommen sind wie ich. Dann kann sich ein herrlicher Abend voller Lachen und gemeinsamer Freude entwickeln. Zum Beispiel wenn man zum zwangsigsten Mal "Vorsicht, er hat eine Waffe" zitiert, und die rosa Handtasche an der Hand haltend anfügt "und gleich wirft er mit Wattebäuschchen". Oder natürlich der hochmoderne Strahler, der beim Entsichern den Sound einer Walter produziert. Oder die verdächtigen Kabel, die das Mikrophonsignal zum Infraschallverstärker leiten. Da bin ich ja bei Interviews mit meinem Funkmikro Perry Rhodan aber technisch Jahrzehnte voraus.

Ich bin mir sicher, die fröhliche Runde wird weitere Brain Bugs in der Handlung finden und sie genüßlich zerquetschen. So den Gestaltenwandler, der sich in seiner der Polizei bekannten Form zur Tat begibt. Unglaublich, wie so ein blöder Kerl noch 50 Minuten weiter auf freiem Fuss bleiben kann, ohne über sich selbst zu stolpern.

Warum wird die vorgespielte Liebschaft zwischen unserer Polizistin und dem Raumschiffkapitän so langatmig aufgebaut, und nicht für die Story benutzt? Warum werden die privaten Räume im Schiff von der Positronik überwacht, aber nicht die Gänge? Wie sehr hat sich die Ethik von der unseren fort entwickelt? Was sollen Lhoredas salbungsvolle Worte über das Wesen einer Frau? Hat das irgendwelche Auswirkungen auf das Ende des Bösewichts, der keine Frau so richtig nachahmen kann? Ich habe davon nichts bemerkt.

So langsam werden meine Finger schwer, und die Vorstellung, alle Ungereimtheiten aufzuzählen, lässt mich Angst vor einer durchtippten Nacht bis zum Morgengrauen bekommen. Nein, auch wenn es sich nicht so anhören sollte, ich mag auch diese Folge der Perry Hörspiele. Aber was hat Peter Terrid geritten, als er so unsinniges verbrochen hat? "Der Raum war stockdunkel, denn hier wurde der Weltraum simuliert". Ja, haben die alle Sonnen ausgeschaltet?

Ich freue mich schon auf das nächste Treffen mit dem schärfsten Schwert, das die deutsche Science Fiction Gemeinde aufzubieten hat: Claudia Kern. Sicher werden wir viele vergnügliche Momente haben, wenn auch sie sich dieses wirklich unterhaltende (echt kein Schmuh) Stück Perry Rhodan mal angehört hat. Wenn ich tolle SF-Hörspiele höhren möchte, greife ich aber doch lieber zur Folge 6 der Reihe: "Beinahe ein Mensch" – Tolle Story die ans Herz geht und das spannend bis zum Schluss. Eins muss man aber der aktuellen Folge allerdings lassen, sie hat mich wirklich überrascht.


EinsAMedien hat aus einer seltsamen Vorlage ein unterhaltsames Hörspiel gemacht. Bei dieser Detektiv Geschichte wird jeder Perry Fan selbst zum(Fehler-)Detektiv.