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Erschienen
Hellboy - Dogs of the night
03/2001
Cryo Interactive
Computerspiel & Comic mit 68 Seiten / ca. DM 70
Der computerspielende Comic-Fan hat ja schon viel erlebt, wenn er seine Lieblinge sowohl auf Papier als auch in seinem Computer erleben wollte. Das reicht in alte C 64 Tage zurück. Da gab es zum Beispiel ein „Bob Morane“ Spiel - kein Mensch weiß was die seltsamen Pixel auf dem Bildschirm bedeuteten. Man erkannte weder Bob Morane noch ein Spiel. Dann „Die Reisenden im Wind“, da gab es wenigstens ordentliche Bilder zu sehen. Jede Menge Spiderman, X-Men und Batman Spiele von durchwachsener Qualität. Mittlerweile gibt es ja gute Flash-Seiten mit Comics aber die Idee, ein Spiel zum Comic zu machen ist einfach nicht tot zu kriegen. Nun hat es Hellboy erwischt. Die freundliche Ausgeburt der Hölle mit Sherlok Holmes Attitüden im Mystery Genre macht ja im Comic eine super Figur und auch das dem Spiel beigelegte „Almost Colossus“ macht da keine Ausnahme. Aber wie steht es mit dem Spiel?


Nicht ganz so gut. Bei der Story hält man sich erfreulich nah an die Comics. Hellboy muss das Rätsel um eine verwunschene Abtei lösen. Da gibt es eingekerkerte Kreaturen, dämonische Priester, blutverschmierte Opfersteine, geheime Zugänge - alles was eine ordentliche Hellboy Geschichte halt so braucht. Der Spieler lenkt den etwas dünnbeinigen Schwanzträger in Tomb Raider Manier durch die verschiedenen Bilder. Cyro hat es geschafft, alle Sünden des Spielerischen Vorbildes zu übernehmen. Teils unvorteilhafte Kameraperspektiven, die vom Spieler nicht beeinflusst werden können, machen das Spiel unnötig schwer. Viele Grafikfehler gab es auf unserem Testrechner zu bestaunen: Da hatten Bäume schwarze viereckige Freisteller, die Schweine im Klostergarten verschwanden vollkommen hinter durchsichtigen Lattenzäunen oder unser Held steht bis zum Gesäß in einer Mauer. Insgesamt sind die Grafiken mit guten Texturen belegt, aber die 3-D Objekte sehr grob und detailarm. Viele Rätsel lassen sich nur durch Ausprobieren lösen. Dennoch für den Leid erprobten Comic- und Computerfan ein nettes Spielchen.

Wer nach einer Weile dann von dem Spiel erst einmal genug hat, darf seine Augen an der Augenweide, die das beiliegende Comic darstellt, so richtig laben. Im Din A 5 Format großen und kartonierten „Almost Colossus“ handelt es sich um die komplette Fortsetzung der „Wake the Devil“ Story. Wir erinnern uns: Das Team um Hellboy findet in einer Ruine einen alten leblosen Golem. Erst als Liz Sherman wie in Trance ihre Feuerkraft auf den Golem übergibt, beginnt das Wesen aus Lehm zu leben. Seit dem geht es Liz richtig dreckig und die Ärzte geben ihr nicht mehr lange zu leben. So machen sich ihre Freunde auf, den Golem zu finden und irgendwie Liz Feuer- und Lebenskraft für sie zurück zu holen. Aber der Golem ist nicht allein. Sein Bruder, der erste und missratene Versuch, versucht mit Hilfe seines Bruders die Weltherrschaft zu erringen (da müssen die Beiden aber erst einmal mit Stinky und dem Brain klar werden). Eine Kloster-Ruine in den Karpaten bildet den pittoresken Rahmen für diese kolossale Geschichte mit einem Ende, dass der Autor so nicht gewollt hat.


Super Comic und ein mittelmäßiges Computerspiel für viel Geld - aber das Comic ist wirklich super und es gab schon viel schlechtere Computerspiele.