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Erschienen
Animagic 2003
08/2003
Weird Visions Media GmbH, Nistertal
Fünf Jahre Japans Popkultur. Auch 2003 hatte Europas größtes Treffen von Manga- und Anime-Fans die Stadt Koblenz fest in ihrem Griff. Nicht nur in der Rhein-Mosel-Halle steppte der Nippon-Bär, die Animagic belegt mittlerweile auch das kurfürstliche Schloss, den Veranstaltungsort "Circus Maximus" und das Kino "Apollo". So war es auch kein Wunder, dass das Programmheft auf 32 Seiten Dicke angewachsen war. Unzählige Filme, ein gut ausgestattetes Internetcafé, Videospielkonsolen in fast jeder Nische – da wusste man oft nicht, wohin man gehen sollte. Oder doch lieber der Film-Synchro-Workshop? Der hochkarätige Zeichenkurs war nur für die im Vorfeld bereits ausgewählten Nachwuchstalente zugänglich. Und die Podiumsdiskussions-Besucher mussten sich pünktlich zum frühen Beginn im Saal einfinden - wer zu spät kam, musste draußen bleiben.

4.500 Besucher täglich – alles ausverkauft – Manga liegt immer noch voll im Trend. Und das Publikum ist eines der lebendigsten, die es gibt. So viele kostümierte Besucher sieht man nicht einmal auf der FedCon. Von unzähligen japanischen Schuluniformen über den Sonnenhut aus "One Piece" bis zum "Gundam"-Roboter, alles da. Und immer wieder vor allem junge Mädchen in schwarzem Outfit mit zerschlissenen Netzstrumpfhosen, weißer Schminke und roten Karos. Da mischen sich problemlos "Visual Kei"-Fans mit Anime-Süchtigen und dem großen Volk der CosPlayer. Zu viele Fremdworte? Als Neueinsteiger in diese bunte Welt muss man wie überall ein wenig dazu lernen. "Visual Kei" ist eine sehr auf das Optische fokusierte Rock-Pop-Musik-Richtung á là "Sigue Sigue Sputnik" (falls die noch irgend jemand kennt). "Gundams" sind Kampfroboter, die zumeist von nur einem Piloten gesteuert werden. Dieses Konzept gibt es in verschiedenen Serien wie "Neon Genesis Eveangelion" oder "Macross". "Anime" schließlich ist das japanische Wort für Zeichentrickfilm.

Und wer sich bei dem prallen Programm nicht recht entscheiden konnte, blieb einfach im großen Saal der Rhein-Mosel-Halle. Auch da gabs immer Programm. Das Wichtigste war natürlich der CosPlay-Wettbewerb. Die Teilnehmerzahl war so groß, das man die Präsentation in Single-/Paar- und Gruppenwettbewerb unterteilte. Allein 34 Gruppen sammelten sich am Sonntag vor dem Bühnenzugang. An den prachtvollen Verkleidungen arbeiten die meisten Fans selbst, und stecken große Teile ihrer Freizeit in dieses Hobby. Viele von ihnen haben dann auch mehr als zehn Kostüme zu Hause. Es ist einfach unbeschreiblich, wenn hunderte Jugendliche so eindrucksvoll demonstrieren, dass sie weit mehr als Videos und Computer im Sinn haben. Bewertet wurden neben den eigentlichen Kostümen auch die kleinen Darbietungen. Da gab es Gesang und Sketche, wobei insbesondere Letztere eher was für die eingefleischten Fans waren. Die humoristischen Theaterfragmente wimmelten nämlich von Insidergags, die mit riesigem Applaus der Wissenden bedacht wurden. Verschiedenen Show-Acts unterbrachen den Wettbewerb-Marathon immer wieder. Schon deren Namen atmeten den Hauch von Exotik: "Nansensu", "Yume", "Chibi Chibi XXX", "TNS" oder "Katsuai". So unterschiedlich sie alle daherkamen, hatten sie doch Eines gemeinsam: Die Liebe zur japanischen Unterhaltung. Die Show-Gruppen konnte man dann beim beeindruckenden Anifinale noch mal sehen. Die Jungs von "Chibi Chibi XXX" haben das Haus so richtig gerockt, "Katsuai" scheint als Cheerleading-Squad nur noch eine Football-Mannschaft zu suchen. "Nansensu" und "TNS" zeigten noch mal einen Tanz und "Yume" sangen noch mal eine Song aus ihrem einstündigen Musical. Das füllte an diesem Morgen selbst vor dem CosPlay die große Halle.

Professionell waren die Lieder von dem Duo "Miyu", und die japanischen J-Popper "Cutie Pie" haben wie an jedem Tag ihre Songs gesungen. Es war umwerfend, wie das Publikum die Worte "Wir lieben Euch" aufgenommen hat. Aber erst bei "Chibi Chibi XXX" konnte man sehen, wie extrem die Manga- und Anime-Fans abgehen können. Da blieb einfach kein Auge trocken und wer zufällig in der Nähe eines ähnlichen Acts sein sollte, darf sich dieses Spektakel auf keinen Fall entgehen lassen! Deswegen auch genug der Worte und viel Spaß mit der Bildergallerie.


Unsere Bilder zeigen verschiedene Eindrücke des Sonntags. Wir beginnen mit Proben des Musicals "Black Lady" der Gruppe "Yume", die wir diesen Tag begleiteten. Menschen, die rein wollen und Menschen, die drin sind, aber doch nichts mitbekommen. Dann noch ein paar Modellbau-Impressionen. Die Mädels in Sailor-Moon-Kluft sind wieder von "Yume". Ein kleiner Rundgang über das Gelände zum Schloss, wo es Essen und jede Menge Fan-Art gab (Manm! Was eine aktive Community) und zum Schluss Bilder des Finales.

Das Letzte sind die Jungs aus der Lichttechnik - die hatten drei Tage lang kein (Tages-)Licht gesehen.

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Die Bildergalerie: