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Masaomi Kanzaki
Erschienen
Hagane
09/2003
Panini Verlags GmbH, Nettetal
ca 200 Seiten / EUR 7,95
Hagane heißt Stahl und so hart ist auch die Heldin dieses Mangas. Eigentlich ist sie ein normales Mädchen – natürlich nicht. Sie muss seltsame Medikamente nehmen und ist rebellisch. Immer wieder nimmt sie an illegalen Motorradrennen teil. Während eines dieser Rennen erscheint Hagane der Geist eines kleinen Kindes (Akira ick hör dir trampeln!!!) und als dann noch ihr Motorrad-Konkurrent ihr mit dem Messer an die Unterbekleidung will, ist es zuviel für unsere Heldin. Der scharfe Grabscher endet stark beschnitten und Hagane kann sich an nichts erinnern. Im Laufe der Geschichte stellt sich heraus, das die aus „Xenon“ bekannte Red Sea Organisation hier ihre Finger im Spiel hat. Die wollen mal wieder den perfekten Soldaten bauen. Diesmal implantieren sie die Seelen Verstorbener in die Körper von Kindern. Die Fähigkeiten der Geister können durch die Kinder abgerufen werden. Bevor dies bewusst geschehen kann, brauchen die Probanden viel Training und oft passiert es auch, das die Geister die Wirte komplett übernehmen, was einen natürlichen Tod im hohen Alter unwahrscheinlich werden lässt. Hier werden die Geister Parasiten genannt und Haganes Parasit ist ein alter japanischer Meister der Schwerkampfkunst. Es kommt was kommen muss, Red Sea will seine Investition nicht verlieren und schickt einige mit Parasiten bestückte Häscher aus. Doch es gibt neben unserer Heldin noch weitere so behandelte Kinder, die sich ihren Schöpfern widersetzen. Bei den versammelten Kräften sind ausladende und vor allem blutige Kämpfe keine Seltenheit, sie gehören eher zur Kapitel-Grundausstattung. Ein weiter nicht unwesentlicher Standard-Bestandteil ist sexuelle Nötigung, die meist auch recht ausführlich sowohl grafisch wie auch erzählerisch geschildert wird.

Hagane darf man also eigentlich nicht empfehlen, aber die Story ist spannend erzählt und mangatypisch perfekt umgesetzt. Das hier wie in dem furiosen Xenon der Gegner Red Sea ist, macht aus Hagane noch lange keine Fortsetzung. Kanzakis Stil ist schneller geworden. Man könnte auch glatter sagen. Vielleicht sind es ja doch nur die Titten, die diesen Manga gut aussehen lassen. Und der japanische Konsul aus Frankfurt hat vollkommen recht. Auf einer Podiumsdiskussion in Ludwigshafen meinte der bekennende Manga Leser, dass die aktuellen Mangas immer kräftiger werden. Wo früher Humor war, ist heute Slapstick und die Faustkämpfe von früher werden durch blutige Metzeleien ersetzt. Die japanische Leser scheinen das zu verlangen, und auch auf dem deutschen Markt kommt das gut an. Die Zutaten stimmen ja auch: Der Billy the Kid Parasit kämpft gegen seinen alten Gegner Pat Garret und Haganes Parasit muss auch gegen eine alten Feind kämpfen. Der hatte schon einmal tausende seiner Gläubigen in den Tod geschickt. Nebenbei werden junge Mädchen in Gefängniszellen vergewaltigt und bewusstlose Knaben zur Besinnung gepoppt. Der hohe Grad an Gewalt und Sex wird erst beim Reflektieren des Gelesenen so richtig bewusst. Hagane ist also mit Vorsicht „zu genießen“.


Diese Serie ist Xenon in ultra-brutal mit einer ordentlichen Menge Sex aufgepeppt. Kann man lesen, ob man Spaß daran haben darf sollte man diskutieren.