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Garth Ennis / John McCrea
Erschienen
Hitman – Helden, Väter und Untote
11/2003
Panini Verlags GmbH, Nettetal
112 Seiten / EURO 12,50


Hitman war gut, ist gut – klare Kaufempfehlung für Freunde des harten und düsteren Comics. Hier bekommt man eine Menge Abwechslung bei gewohnter Qualität und derben bis zynischem Humor der blutverschmierten Sorte.

Panini hat aus der amerikanischen Heftserie bei uns eine Serie von Trades gemacht. Auch keine schlechte Idee. Ein wenig kostspielig vielleicht, 12,50 Euro sind nicht wenig für gerade fünf Storys. Aber dafür bekommt man auch einiges Geboten. Gibt es eigentlich eine andere Serie, die selbst nach 40 Heften noch überzeugen, überraschen aber nicht enttäuschen kann? Ich glaube nicht.

Ein kleiner Wehmutstropfen hat dann aber unser Exemplar doch. Der erste Druckbogen stammt aus dem Abfall. Wenn in einer Druckmaschine die Platten geputzt werden, nimmt man ein paar Bögen um die letzten Farbreste aus der Maschine zu bekommen. Abfall nennt man bei Druckereien Makulatur. Genug der Fachsimpelei, die erste und auch noch preisgekrönte Story ist nicht lesbar, weil die Seiten nicht ganz gedruckt, dreckig oder zur Hälfte nur weiß sind. Das kann passieren, und wer solch ein Heft hat, dem wir es bei seinem Händler normalerweise auch umgetauscht. Wer mit dem Umtausch Probleme hat, wendet sich einfach im Comicforum im Fehlerthread bei DC oder Marvel an König Kupps, da wird einem geholfen.

Aber das ist nicht das einzigste Fiese an diesem Comic, wobei der Rest an Gemeinheiten eher beabsichtig ist.

In „Katie“ wird Monagahans Vergangenheit beleuchtet. Das ist kein Vergnügungsausflug, keine Frage. Zuerst streitet er sich mal wieder mit seiner Freundin, nur um bei der Begegnung mit seiner bis dahin unbekannten Schwester von dem grausamen Schicksal seiner Familie zu erfahren. Seine Mutter war in einem kleinen irischen Dorf die Gemeinde-Nutte. Das bedeutete ein Leben als Verachtete und Benutzte, bis ein noch gewalttätigeres Schicksal auf die Frau, ihre drei Kinder und den noch ungeborenen Tommy zukam. Verdammt harte Kost und nichts für werdende Eltern.

Danach gliedert sich auch Hitman in das Gotham nach dem großen Erdbeben ein. Über die nicht so richtig in die Hitman Kontinuität passenden Crossover mit den das Sommerloch füllenden Verlags-Groß-Geschichten lassen sich dann auch Tommy und seine Freunde recht lästerlich aus. Das ist ein absolutes Highlight für den Superheldenfreund! Welches Ereignis wird hier auf die Schippe genommen: „Wisst ihr noch wie die Sonne ausging? Ja in echt: Wie saßen eine Woche lang blöd rum und dann hat sie wer wieder abgeknipst“?

Den Abschluss bildet eine zweiteilige Vampir-Story. Auch hier darf Natt sich erinnern: „Wie landen wir immer in Kirchen? - Wieso – Na bei Mawzir auch.“ Und wie Tommy den Obervampir zur Bewegungslosigkeit zwingt, hat etwas von „Ritter der Kokusnuss“ - allerliebst.


Ausgezeichnete Comickost der rohen Art. Wer seine Sprechblase noch etwas blutig mag sollte hier zugreifen!