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Petra Lakner, Eckart Sackmann, Andreas Platthaus und Fank Neubauer
Erschienen
Das Comicquartett 2003
12/2003
eine knappe Stunde / Per Realplayer-Stream hören
Besprochene Comics:

„V für Vendetta“, Tilsner Verlag (0:00)

„Die Frau aus dem Delta“, Lax/Frank Giroud, Comicplus (14:30)

„Torso“, Tilsner Verlag (27:00)

„Yuikos Spinat“, Frédéric Boilet, Edition de Ponent (38:45)

Die Links weisen zu unseren Rezensionen der Comics. Wer die Meinung des Comicquartetts hören möchte kann, sich den RealplayerStream anhören (ca. 50 Minuten). Die geklammerten Zahlen hinter den Links nennen den Zeitpunkt, ab dem sich das Quartett diesem Comic widmet.

Comics sind Literatur. Nicht alle Literatur ist wertvoll oder lesenswert, das wusste schon Literaturpabst Marcel Reich Ranizki. Gute und bessere Bücher wurden im Literarischen Quartett besprochen. Wenn nun, wie eingangs festgestellt, Comics Literatur sind, muss es doch auch ein Comic-Quartett geben. Gibt es auch. Alle Jahre wieder auf der Buchmesse treffen sich vier namhafte Comic Rezensenten und stellen Comics vor. So auch dieses Jahr und hier auf der Parnass kann man sich die Runde noch einmal vor Ohren führen. Eine knappe Stunde refe- und disputieren Petra Lakner, Eckart Sackmann, Andreas Platthaus und Fank Neubauer über Literatur mit Sprechblasen.

Im Nachhinein fragt man sich, wieso gerade die vier Comics „V für Vendentta“, „Die Frau aus dem Delta“, „Torso“ und „Yuikos Spinat“ gewählt wurden. Denn die Vier Rezensenten finden in jeder der Geschichten etwas auszusetzen. Die Runde kam erst allmählich in Fahrt was das Zuhören anfangs nicht einfach machte. Dennoch interessant wenn Frau Lakner sagt „Wir brauchen keine Schwulen mehr“, Herr Neuhaus dem Comic „Torso“ Manierismus vorwirft oder Herr Sackmann den Comic aus seinem Verlag etwas in Schutz nimmt. Was aber auch kein Wunder ist, als eher kleiner Verleger hat man die Freiheit, nur die Comics herauszubringen, von denen man überzeugt ist.

Das Comic lesen auch mal Spaß macht kommt nur ganz selten zur Sprache und in Erinnerung bleiben leider auch eher die Verrisse und nicht die Loblieder.

Begleitet wurden die fachmännischen Kommentare von leider nur wenigen Zuhörern. Das lag sicher auch am Termin. Der Donnerstag ist ja dem Fachpublikum vorbehalten ist.


Für das nächste Jahr hat man sich einige formale Änderungen vorgenommen, um der Veranstaltung etwas mehr Schwung zu geben. Das hat sie auch nötig. Denn das behäbige Anfangstempo vermittelte trotz der per Diaprojektor vorgeführten Bildbeispiele gepflegte Langeweile. Von der regen und emotionsvollen Schlußphase dagegen wünschen wir uns in Zukunft mehr.

Unsere Bilder zeigen zum einen die Diskussionsrunde und zum anderen einen skeptischen Zuhörer.