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Frank Hampson
Erschienen
Dan Dare - Raumschiffpilot
12/2003
Salleck Publications, Wattenheim
150 Seiten Überformat / EURO 26,-
Dan Dare, Pilot Of The Future - er war es, der mit seinen zwei farbigen Seiten eine ganze Generation teetrinkender Kinder für den Weltraum begeisterte. Als Top-Serie in einem Magazin, das als redliches Bollwerk gegen die amerikanische Schund-Comic-Flut gedacht war, trug Dan Dare die englische Philosophie bis weit über das Sonnensystem hinaus ins All. Immer korrekt gekleidet, den Unterdrückten helfend, den eigenen Planeten sichern und unterstützen, und sogar Frauen akzeptierend erlebt der Held korrekte Abenteuer in äußerst perfekten Comicbildern. Den Kolonialismus und ein wenig englische Überheblichkeit kann die Serie nicht verleugnen, aber was wären Abenteuergeschichten ohne ordentliche Feinde und heroische Siege?

Der drahtige Dan und sein etwas schusseliger und untersetzter Freund reisen zur Venus. Aber zuerst müss das Rätsel der drei vorhergegangenen und fehlgeschlagenen Expetitionen geklärt werden. Das dauert natürlich nicht lange, denn die Geschichte musste ja auf zwei Seiten weitergehen pro Woche weitergehen. Endlich auf der Venus begegnet man einer geteilten Zivilisation, denn ein unüberwindlicher Feuerwall trennt den Planeten in zwei Hälften. Auf der einen Hälfte leben die grünen Treen, Abbild des irdischen Kommunismus. Die wollen auch die Erde erobern. Klar das Dan da einschreiten muss. Unterstützung findet er auf der anderen Hälfte der Venus, dort leben sogar die Nachfahren der Atlanter.

Angesiedelt in der damals entfernten Zukunft, dem Jahr 1996, gibt es auf der Erde schon allerlei futuristische Fahrzeuge, Autos die auf einer Kugel fahren und natürlich die Raumschiffe. Große klobige Zigarren mit einer verklasten Front. Hebel und Anzeigen mit Nadeln und Skalen bestimmen das Cockpit – keinerlei moderner Schnickschnack wie holografische Tastaturen oder so. Auf der Venus erwartet den Leser ein toller Mix aus Urwald und High Tech, das muss man mal gesehen haben. Die Bilder erstrahlen in poppigen Farben und erinnern in ihrer durch die vielen Verläufe plastischen Wirkung an den Klassiker „Das Reich Trigan“ von Don Lawrenz.

Leider liegen die Originalzeichnungen nicht mehr vor, so dass man die Repros von den gedruckten Seiten abnehmen musste. Dadurch haben die Farben einen etwas unruhigen Charakter.

EURO 26,- sind viel Geld, aber man bekommt dafür 150 Seiten lesenswerter Science Fiction Nostalgie im edlen Überformat mit Hardcover Einband. Vielleicht ist es ja die noble Ausstattung, die manchen Comic-Freund vor einer ersten Betrachtung des Bandes abhält. Aber keine Angst, Dan Dare ist so erfrischend lebendig wie altmodisch, das es nach den ersten paar Seiten einfach nur noch Spaß macht, mit donnernden Motoren den Weltraum zu erobern.


Es wäre Schade, wenn dieses schöne Comic ein Einzelband bleiben sollte. Für den leser wäre das vielleicht verschmerzbar, den die Geschichte ist abgeschlossen und man würde nicht vergebens auf die Fortsetzung warten. Aber Dan Dare hat noch so viele großartige Abenteuer vor sich. Im Laufe der Jahre wurde die Kolloration wesentlich besser, der etwas schrullige englische Charme blieb der Serie aber immer treu.

Eine witzige Randbemerkung zum Schluss: Die deutsche Ausgabe ist in ihrer Farblichkeit wesentlich angenehmer als das englische Original der Faksimile-Ausgabe. Das bleibt mir nur noch den Titel dieser Kolumne zu wiederholen: Kauft diesen Comic!