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Erschienen
Volkslied und Veitstanz - "Herr Stupfes Zieh- und Zupfkapelle"
12/2003
"Singt mir das Lied der Stumpfes", hieß es im November im Hockenheimer Kulturzentrum "Pumpwerk" zum diesjährigen Auftritt der "Zieh- und Zupfkapelle". Es ist immer ein besonderer Anlass, wenn die vier etwas ausgefallenen Mann um Leader Michael "Flex" Flechsler zu ihren ungezählten Instrumenten greifen, um in einem wilden Gemenge aus Slapstick, Bauernschläue, Schwabenhumor und Volksmusik eine schwäbisch-orgiastischer Highlightparade abzuziehen. Dabei sind Flex, Manne Arnold, Benny "Banano" Jäger und Marcel "Selle" Hafner absolute Erfolgsgarantien. Nicht umsonst brauchte Pumpwerk-Chef Lothar Blank auch dieses Mal wieder einen Schuhlöffel, um alle vergnügungssüchtigen Zuhörer ins Pumpwerk zu quetschen.

In diesem Jahr hatte das Aalener Quartett die neue CD "Frummzigg" im Gepäck, eine Zusammenstellung zwischen der "Baden in Württemberg-Hymne" "Abandasee" und therapeutisch-skurrilen Aufarbeitungen frühkindlicher Traumen im Stile von "Mei Babba war a fauler Hond" – dem treuen Fan mag das Programm zu weiten Teilen bekannt vorgekommen sein, was dem Abend aber überhaupt keinen Abbruch tun konnte. Zumal mit einigen neuen eher ruhigeren Titeln, die die Stumpfes zwischen ihre Hämmer wie "Linsengericht", "Got dia wirklich mit dem Seggl do" und "Galama" weitere angehende Lieblingslieder präsentieren konnten: "Wenn mei Zimmerdir mol zua is, woiß ma glei, da Bua will sei Rua" gehört dazu ebenso, wie "Ja, die Nacht war wunderbar, zwische uns zwoi war alles plötzlich wieder sternenklar".

Es mag gerade an dieser auf den ersten Blick etwas unappetitlich wirkende Mischung aus Reißer und Heimatklängen, aus Volkslied und Veitstanz liegen, dass die Stumpfes bei ihrem Publikum einschlagen wie der Blitz in den Kirchturm. Zumindest in Hockenheim konnten sie ihre Zuhörer wieder einmal zu einem frenetischen Jubel animieren, der das begeisterte Volk um Zugaben nicht betteln, sondern gar nachdrückliche Forderungen laut werden ließ. Also noch mal raus und in der unangefochtenen Allzeit-Hymne "In the Jungle" dem "Bemberle" ein Denkmal gesetzt.


Letztlich musste man mit einem heren Versprechen die Massen beruhigen. Ein Versprechen, auf dessen Einlösung Hockenheim bestehen wird: "Ond wenn mr s'nägschtmol wieder bei Euch sen, no schpiel mr au des Liad ganz zom Schluss".



Nähere Infos – und viele lustige „Schmankerl“ im Internet unter http://www.stumpfes.de.