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K.H. Scheer
Erschienen
ZBV #1
Zur besonderen Verwendung / Kommandosache HC9
01/2004
Hansjoachim Bernt Verlag, Neuwied
324 Seiten / EUR 10,50
Das ist Vergangenheitsbewältigung! ZBV ist eine der alten großen SF-Reihen Deutschlands. Neben Sun Koh und Ren Dhark ist dieses Stück angestaubter Science Fiction einfach ein Muss für den traditionsbewussten Raumschiff-Fan.

Mängel gibt es an allen Ecken und Enden dieser Buchausgabe. Schon der Klappentext auf der Rückseite des Buches birgt Orthografiefehler: „Schon früh beginnt er mit den ersten Romanen der ZBV-Serie, die inhaltlich zum Teil Vorläufer der weltberühmten PERRY RHODAN-Serie ist, welche er 1961 als Hauptinitiator startete.“ Leider nicht die einzigen Fehler im Buch, aber den Charme der Geschichten gefährdet das nicht.

Die Stories sind im ersten Band mehr dem Agenten- denn dem Science Fiction Genre zu zu ordnen. Das wird sich aber im Laufe der Reihe ändern. Um was geht es?

Thor Konnat überlegt als einer vonn ganz wenigen einen gewagten Eingriff. Seine beiden Hirnhälften werden chirurgisch getrennt. Dadurch wird er immun gegen jegliche Art von Hypnose oder Drogen. Für einen Geheimagenten eine lebensrettende Fähigkeit, wie Thor schon – wen wunderts – bei seinem ersten Abenteuer erfahren kann. Tödliche Viren werden gestohlen. Die bösen Anderen, wahrscheinlich Kommunisten, haben sie gestohlen und nun steht die Welt am Rande des Abgrunds. Klar, Thor kann mit Hilfe eines sehr besonderen Kollegen die Welt retten.

Es ist mehr eine Schlacht der Klischees als eine ausgefeilte Geschichte. In alter Haudegenmanier löst der Held den Fall. Sein Helfer ist exzentrische, die Feinde sind die Bösen und die Frauen sind gut gebaut. Und das macht richtig Spaß! Nachdenken sollte man nicht. Alleine die Frage, welche Deppen denn die Viren entwickelt haben, würde das Gut/Böse Schemata ins Wanken bringen, aber wer will bei so viel Heldentum schon nachdenken?

Es geht weiter mit einer Story um Atom-U-Boote, versteckte Basen nahe dem Feindesland und Verrätern. Scheer hält sich nicht mit Erklärungen oder Hintergründen auf, Action ist angesagt. Glatt der Stoff für eine Stalone Film.

50 Geschichten sind erschienen und aus jeweils zweien besteht ein Buch. Warum das Titelbild der Geschichte „Kodezeichen Großer Bär“ den ersten Band ziert ist vielleicht eine Frage wert, aber warum fragen? Lesen!

Die Bücher sind im Weltbildverlag erschienen und der HJB-Verlag hat diese Bücher aufgekauft und sorgt für den Nachdruck vergriffener Nummern. „Nachdem man dreizig Mal die selbe Geschichte gelesen hat darf man die Geburt der Perry-Rhodan-Idee miterleben“ beschreibt der Verantwortliche im Verlag die Serie kurz und knapp.

Das Schöne an dieser Ausgabe ist das Hardcover. Die originalen Taschenbücher bekommt man immer wieder sehr günstig, die sind aber wegen des hohen Alters eher was für Sammler. Gelbe brüchige Seiten und der eigentümliche Geruch von altem Papier sind eine Erfahrung wert.


Wer entspannt eine ordentliche Agenten-/SF-Story mit einem wahren Helden am Strand oder anderswo lesen mag, ist mit dieser neuen Ausgabe gut bedient.