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Steeve Niles / Ben Templesmith
Erschienen
30 Days of Night
02/2004
Infinity Verlag GmbH, Schwetzingen
96 Seiten / EURO 14,-
Beeindruckend. „30 Days of Night“ gehört zu den packensten Comics die es momentan auf deutsch gibt. Andere Comics mögen gut gezeichnet, spannend erzählt, innovativ oder künstlerisch wertvoll sein, dieses lässt den Leser nicht zur Ruhe kommen.

Das Vorwort von Clive Barker ist Müll. Auf den folgenden fast 90 Seiten wird keine dort angepriesene altmodische und einfache Geschichte erzählt. Auch die Zeichnungen reduzieren sich nicht auf das Notwendige. Welches Comic mag der Meister des Grauens gelesen haben, das vorliegende auf jeden Fall nicht.

Es geht um Vampire, eine Stadt in Alaska und um die 30 Tage, an denen die Sonne dort nicht aufgeht. Die Blutsauger verabreden sich per E-Mail, legen die Kommunikationwege lahm und beginnen ein blutiges Fest. Brutal und wild, eher im Stil der modernen Klassiker des Vampierfilms wie „Near Dark“ als in der Tradition der wirklich alten Dracula oder Nosferatu-Filme.

Doch die Story wendet sich mehrere Male. Der Vampierjäger aus New Orleans wird die Stadt nicht retten und es wird Überlebende geben. Dass der Held am Ende in den Schnee beißen muss ist wohl vorhersehbar, aber effektvoll und berührend.

Die Zeichnungen sind sehr eigen. Ein wenig von Ted McKeevers Zeichenstil, ein bisschen gemäldeartig wie in „Blood“ oder „Havok & Wolverine: Meltdown“. Vor allem die dunklen Passagen, in denen neben der Dunkelheit nur noch Blut die Seiten dominiert, sind klasse. Es hätte ruhig ein wenig dunkler sein dürfen, wir Deutschen sind ja seid der Fernsehserie „Berlin Alexanderplatz“ daran gewohnt, im Dunkeln etwas erkennen zu können.

Die Übersetzung hat nicht das hohe Niveau des Comics. Besonders die Einleitung ist stocksteif und im Comic muss man manche Passagen mehrfach lesen, um ihren Sinn zu begreifen. Das liegt nicht an eigentlichen Fehlern, aber es fehlt an einer gewissen Kunstfertigkeit den Text nahe am Original aber dennoch verständlich ins Deutsche zu tranportieren. Es liest sich wie eine herzlose Auftragsarbeit. Und das bei einem so mitreißendem Stück Sprechblasen-Horror; das passt nicht. Aber nach einigen Minuten im Schnee und der bosartigen Kälte sowohl des Ortes als auch der Gegner ist das schnell vergessen.

Der Preis ist voll okay. Die Originalhefte kosten zusammen $ 12,-, dazu noch Zoll und Fracht und als Sahnehäubchen das Ganze auf Deutsch.

Und jetzt, Freunde der Nacht, nicht weiter die Zeit im Internet verbummeln – auf zum nächsten Comicladen und dieses Comic kaufen!


30 Days of Night ist hammerhart, überraschend und blutig. Wer das mag muss zugreifen!