2017
 
 
 

Rezensionen

Editorial
Gästebuch
Archiv
Links
Kontakt

Suchmaschine

 
Weitere Artikel nach
Autor
Weitere Artikel nach
Titel

 

 

Drucken | Kommentar erstellen

_____________________________

Erschienen
Besinnliche Gitarren- und Lautenmusik: Duo Panormo in Neulußheim
03/2004
Einen fast besinnlichen Abend bescherte zum Wochenausklang Anfang Februar im Neulußheimer Kulturzentrum "Alter Bahnhof" das Gitarren- und Lautenduo "Panormo". Vor einer erstaunlich großen Zuhörerzahl präsentierten der Heidelberger Johannes Vogt und der aus Hannover stammende Ulrich Wedemeier Musik für historische Saiteninstrumente aus dem ausgehenden 17. bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wobei man gleichzeitig eine musikalische Rundreise durch Deutschland, Frankreich, Italien und Irland aufgelegt hatte.

Besonders reizvoll werden "Panormos" Auftritte stets durch die historischen Instrumente, auf denen Vogt und Wedemeier interpretieren: Das im Jahr 1989 gegründete Duo greift auf 14-saitige Barock-Lauten, vor allem aber auf die Nachbauten der um 1800 in Mode gekommenen, 1820 in der Werkstatt des Geigenbauers Louis Panormo gebauten Gitarren zurück – die Originalinstrumente hatten die beiden Musiker aus Sicherheitsgründen zu Hause gelassen.

Den ersten Programmblock charakterisierte die zunächst in gewöhnungsbedürftigem Grundton daherkommende Laute. Um einen größeren Tonumfang zu sichern, hatte man an das aus dem arabischen Raum kommende Instrument einen zweiten Hals angesetzt und damit eine Kombination aus Harfe und Gitarre geschaffen. Dabei entstehen sehr baßlastige, bisweilen etwas dumpf abgetönte Läufe. Dennoch konnten die beiden mit Telemanns Partie polonoise TWV 39, 1 ihre enorme technische Brillianz unter Beweis stellen und mit Antonio Vivaldis Sonate in g-moll eine dynamisch, rhythmisch und tonal dramatische Dichte in ihre Interpretation legen.

In der Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Laute weitgehend verdrängt: Das schwerfällige Instrument war den großen Räumen und Orchestern nicht mehr gewachsen und wurde zusehends von der Gitarre abgelöst.

So griffen auch Wedemeier und Vogt zum Sechssaiter und markierten den historischen Übergang mit Johann Paul Schiffelholtz’ Sonata I, das noch im barocken Lautenstil geschrieben bereits der Gitarre zugedacht war.

Daneben präsentierten sie Antoiene de L’Hoyers Konzertduo in a-moll und ein Arrangement zur Opern-Ouverture zu "Elisabetta" von Rossini.


Alles in allem ein Abend voll faszinierender Musik, die auch nach vielen Jahren bei weitem nichts von ihrer fesselnden Kraft verloren hat.



Weitere Informationen im Internet unter http://www.duo-panormo.de.