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Erschienen
Frischzellenkur aus Tönen: Purple Schulz und Josef Piek in Hockenheim
03/2004
"Regen fällt, kalter Wind, Himmel grau, Frau schlägt Kind, keine Nerven, so allein: Das Paradies kann das nicht sein!" – wie ein Zeitsprung in die Vergangenheit und gleichzeitig eine Frischzellenkur aus Tönen war es, als das Kölner Duo Purple Schulz und Josef Piek Anfang Februar im Hockenheimer Kulturzentrum "Pumpwerk" ihren Nummer-Eins-Hit "Sehnsucht" anstimmten. Der 1983 veröffentlichte Titel brach für die damals nach ihrem Frontmann benannte Band "Purple Schulz" – der auch Dieter Hoff angehörte – alle Dämme: Für die meistverkaufte deutschsprachige Single kassiert man die "Goldene Europa" und wird zum absolut notwendigen Bestandteil der Neuen Deutschen Welle, aber überhaupt der Musikszene in den Achtziger und frühen Neunziger Jahren: "Verliebte Jungs", "Kleine Seen", "Zeit", "Es tut weh" – die Liste der Hits ist endlos.
Seit 1987 sind Schulz und Piek alleine unterwegs und auch das Konzert in Hockenheim war ein gutes Beispiel dafür, wie unerwartet anders der Auftritt einer scheinbar so bekannten Formation verlaufen kann.

Denn bei allem Erfolg sind Purple Schulz und Josef Piek "ganz normale Leute" geblieben, die sich noch immer mit größter Freude auf die Bühne stellen und sich diesen Spaß für nichts auf der Welt nehmen lassen: Wenn sie die Macht über das Mikrofon haben, dann mischen sie gerne einen improvisierten Stepp zum eigenen Geburtstags-Beitrag zum Maus-Jubiläum mit herzergreifenden Balladen und einer Kostprobe aus ihren rocklastigeren Tagen Mitte der Achtziger.

Eben das ist, was die Fans aus einem gewaltigen Umkreis – von Frankfurt waren Gäste ebenso angereist wie von Landau, Aschaffenburg und Speyer - nach Hockenheim zog: Man konnte die beiden Musiker zum greifen nah erleben und diese Tuchfühlung entlockte Purple Schulz eine Authentizität, die aus dem Konzert ein Liveereignis machte.

Von "Träumen" bis zum "Ende der Welt" hatten Titel wie "Young boys in love", "Schönste Frau", "Dumm und reich" "gerade noch gefehlt" und auch "Solche Tage" hat man nicht "Vermisst".

Die warme Stimme Purple Schulz nahm dabei den ihr zustehenden Raum ein, die Ballade kam zu ihrem Recht, die Spannung und die emotionale Beteiligung ließen Youngster und alteingefleischten Fan gleichermaßen erzittern.


Dieser Auftritt war eine Lehre für all die, die mit festen Erwartungen gekommen waren – sie gingen mit einem neuen Bild von einem bekannten Gesicht.



Weitere Informationen im Internet unter http://www.purpleschulz.de.