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Chuck Dixon / Gary Frank / Stefano Raffaele
Erschienen
Birds of Prey – Wie alles begann
03/2004
Panini Verlags GmbH, Nettetal
100 Seiten / EURO 6,95
Eben noch als 13-teilige Serie im Fernsehen, dann an den Kiosken und schneller als der Flash auch schon wieder eingestellt. Die deutsche Comicgemeinde rückt enger zusammen – will meinen wird immer kleiner – und das drückt die Auflagen. Da muss ein großer Verlag einfach reagieren, und wenn sich ein tolles Comic wie dieses einfach nicht verkaufen will, dann darf man es nicht weiter produzieren. In unserem Fall heißt das für die verdammt hübschen Verbrecherfängerinnen nach einem Spezial mit alten Abenteuern und zwei regulären Heften das Aus. Das ist verdammt schade und sicher werden sich etliche in den Hintern beißen, wenn sie diese Hefte erst einmal gesehen haben.

Und hier fängt es an: Black Canary & Orakel – Birds of Prey. Gary Frank, der schon bei Supergirl – bei uns noch unter dem Dino Label - für allerfeinste Bilder sorgte, hat auch auf den ersten 56 Seiten den Zeichenstift fest in der Hand. Das bedeutet klare Linien, etwas hölzerne Personen, abwechslungsreiche aber immer nachvollziehbare Seitenaufteilung und schöne Menschen.

Anders als im Fernsehen sehen wir hier das ehemalige Batgirl Oracle und an ihrer Seite Green Arrows Ex Black Canary. Der geht es nicht gut, besonders finanziell ist die nicht immer Blondine so ziemlich am Ende. Da kommt ihr das Angebot der informierten Stimme im Hintergrund gerade recht, und der auf sie wartende Sportwagen macht die Sache perfekt; ein neues „Hirn und Hände“ Team ist geboren. Es geht ins politisch unkorrekte Ausland. Nicht dass in dieser Geschichte an der Integrität Amerikas gekratzt werden würde. Die Bösen sind andere, und die kriegen auf die Zwölf. Es wird schon etwas platt, wenn ein unterernährtes Kind tot in den von Geldgier geleiteten Fluten durch Canary nur noch beweint werden kann. Schwamm drüber, das ist ein Action Comic mit wunderschönen Frauen, da muss man über solche Nebensächlichkeiten drüber weg.

Die zweite Geschichte kann dem gelungenen Intro nicht das Wasser reichen. Weder die Bilder noch die Story können begeistern. Das muss zu diesem Teil des Heftes reichen.

Trotz des Versagens auf der Zielgeraden ein lohnenswertes Comic, reinschauen lohnt sich!

So richtig überzeugend wird es dann in der regulären Serie. Hier treffen wir die aus dem Fernsehen bekannten Gesichter Oracle, Huntress und Dinah. Nie waren Black Canarys Netzstrumpfhosen so sexy wie an ihrer Tochter. Ed Benes zeichnet um Klassen moderner als der schon sehr gute Frank aus dem Spezial. Wenn Dinah mit ihren vollen Lippen und dem Knack-Arsch schon begeistern kann, dann gelingt es nur der atemberaubenden Huntress das zu toppen. Da fragt man sich, wie man 32 Seiten ohne diese Augenweide leben konnte.

Sex sells! Oder auch nicht, warum eigentlich? An der eher traditionellen Story um einen Jungspund, der bei der Feuertauf auf die Nase fällt, von der erfahrenen Partnerin gerettet wird um am Ende doch noch ihre Stärken beweisen zu können kann es nicht liegen. Die hatten wir schon tausendfach und haben uns nie darüber beschwert. Und wenn es dazu noch wirklich super Mädchen gibt – das müsste doch ein Instant Hit sein? Ist es aber leider nicht.

Panini hat die Serie wie schon geschrieben eingestellt. Damit der Leser die begonnene Story auch zu Ende lesen kann, kommt der letzte Teil als Spezial zum Erlanger Comic Salon heraus. Noch ein Grund mehr sich ins Bayrische zu begeben und vielen Dank Panini für diese Kundennähe!


Klasse Action/Mädels Comic und scheinbar unbeachtet – zu Unrecht! Fans der Dangergirls sollten sich die drei Hefte der regulären Serien nicht entgehen lassen und auch das Spezial ist nicht von schlechten Eltern.