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Bisley / Eastman
Erschienen
Fistful of Blood
03/2004
Infinity Verlag GmbH, Schwetzingen
96 Seiten / EURO 15,-
Das Comic hat eigentlich alles, was es zu einem heimlichen Kassenschlager braucht: Zombies, Vampiere und Titten. Sogar ein Geschichte, aber wer braucht die bei den Dingern denn? Die Mordsgeräte gehören zu einer verdammt wortkargen Lady, die noch nicht einmal ihren Namen nennt. Sie hat einen Auftrag und einen seltsamen Geruch an sich. Keine Angst, das gehört zur Geschichte und hat seinen Grund. Aber zu Beginn sieht dieser Umstand und seine ständige Erwähnung durch Untote jeglichen Verwesungsgrades nach einem platten Runing Gag aus. Wäre auch nett gewesen – ist ja aber mehr. Es geht um ein altes Wild West Dorf. Eigentlich nur eine Filmkulisse, aber dennoch das Heim eines armen alten Mannes und seiner Familie.

Der Beginn ist eine delikate Angelegenheit – nein, hier passt das Zitat aus dem einzigen wirklich guten Wüstenplanetfilm nicht. Hier ist der Beginn eine nackte Tatsache. Wie Barbwire ohne Leder oder Pamela Anderson ohne Job kommt die Nippel-Lady in dieses Kaff. Ziemlich fertig und wehrlos. Da machen sich dann auch gleich drei fiese Gestalten über die Stinkende her. Trotz heruntergelassener Hose haben die drei aber schlußendlich doch keinen Spaß, auch wenn sie mit ihrem untoten Leben davon kommen.

Das Paar toughe Titten wird alsbald von der einen einheimischen Gang angeheuert, die andere einheimische Gang zu liquidieren. Am Ende endet es wie bei Shakespear, aber bis man dahin kommt muss man noch durch das tiefe Tal der Möpse.

Bisley spart mal wieder nicht mit grafischer Übertreibung. Nicht bei den weiblichen Proportionen und nicht bei der gezeigten Gewalt. Die wird so grotesk, dass sie schon wieder lustig ist. Aber wem fällt das schon auf bei dem ganzen Gesabber wegen der nackten Lenden, die nur knapp den drallen Arsch verbergen.

Sex und Gewalt – das hat schon immer gut funktioniert. Das wird hier dem Leser so dick auf den Blutstau geschmiert, dass es entweder wehtut oder eben Spaß macht.

Da bleibt fast nur nocht den Satz „Achtung: Nix für Kids!“, der den Titel schmückt, zu unterstreichen. Aber so unvermeidlich wie der in der Pubertät gekaufte Playboy oder die möglichst abschreckende Jugendsprache zu egal welcher Zeit wird sich dieser Comic wohl unweigerlich seinen Weg in die Herzen der Masturbierenden erregen.

Aber wie immer: Die eigene Freiheit endet da, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Und: Frauen sind nicht nur Sexobjekte, auch wenn Männer manchmal wirklich nur mit dem Ständer denken können.

Aber lieber Arm dran als Arm ab und das Leben ist hart, aber ohne Harten kein Leben.


Platz eins auf der noch oben hin offenen political incorrect Skala und das mit Ansage. Das wird sicher sein Publikum finden.