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Anna-Maria Marx
Erschienen
Rotwein
03/1999
Urania-Ravensburger Verlag, Berlin
130 Seiten / (nicht lieferbar)
Rotwein ist nicht nur Lust und Laster, das weiß schon der Volksmund. Das allbekannte "in Maßen" aber ist es, das den meisten Kopfzerbrechen (und manchmal vielleicht sogar Kopfschmerzen) bereitet.

Eine klaren Absage an die Hardliner der "Anti-Alkohol-Bewegung", die jeglichen Konsum von Alkohol verteufeln, erteilt die Autorin Anne-Marie Marx in ihrem Ratgeber zum Rotwein; für sie steht hinter dem Saft der "sonnigen Reben" mehr als nur das Zusammenspiel verschiedener Aromen und Stoffe - er ist in ihren Augen ein Stück Philosophie, ein Stück Lebenskultur und Lebensfreude.
Er erzeuge eine entspannte Atmosphäre und steigere die Lebensqualität.

Und das mit entsprechend positiven Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen: Die Stabilisierung des Herz-Kreislauf-Systems, eine Hilfe bei seelischer Unausgeglichenheit und Schlafstörungen, Ausgleich für Vitalstoffmangel, Stärkung der Immunabwehr, Verbesserung der Atmung und der Hirndurchblutung, Schutz der Magenschleimhauf, der Nieren und der Schilddrüsen.

In einem kleinen "Erkrankungs-ABC" stellt die Autorin die Wirkungsweise des Weins bei verschiedenen Grunderkrankungen dar, von der "Abmagerung" (vielleicht wäre "Appetitlosigkeit" ein insgesamt besserer Ausdruck) über den "Mundgeruch" bis zur "Wetterfühligkeit".

Dabei komme es zum einen auf "das Maß" - ein bis drei Gläser "zu ausgewogenen Mahlzeiten" gelten laut Marx als die empfohlene Menge -, zum anderen aber auf die Trinkkultur an: Vom richtigen Glas bis zum vollendeten "verkosten" gibt sie klare und bisweilen verblüffende Tips.

Ein Abriß über die Historie der Kelterei und die bekanntesten Rebsorten und Weinarten, Tips zum Kauf und zur Lagerung  und eine kleine Sammlung von Rezepten der Mediterranen Küche runden den Ratgeber ab.

Schade ist, daß Marx doch allzusehr an der Oberfläche bleibt. Auch wenn ein Ratgeber keine wissenschaftliche Abhandlung sein soll, ist die Angabe, daß "man davon ausgehen muß", daß "bestimmte Inhaltsstoffe" des Weins positive Auswirkungen hätten, doch etwas zu platt - und symptomatisch für das gesamte Werk.
Ist es der Wein, der bei angespannter Psyche für Ruhe sorgt, oder doch mehr die Atmosphäre, bei der der Wien nur eine Nebenrolle spielt?


Insgesamt kann Marx Werk eher in die Reihe der schwächeren, alles in allem aber zumindest interessanten Ratgeber gestellt werden.