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Erschienen
DX2 - invisible war
04/2004
eidos GmbH, Hamburg
Ein unsichtbarer Krieg herrscht auf den Straßen. Die Stadt Chicago wurde durch einen Angriff mit einer biomechanischen Nanowaffe dem Erdboden gleich gemacht. Doch wer steckt dahinter und warum sollte jemand die Tarsis-Akademie - eine Bildungseinrichtung - angreifen?

Gleich nach dem netten, kleinen Introfilmchen muss sich der Spieler - Alex D. wahlweise männlich oder weiblich - genau diese Fragen stellen. Als Schüler an eben dieser Tarsis-Akademie konnten wir eben noch evakuiert werden, dennoch will uns niemand sagen, was den genau passiert ist. Aber kaum sind wir in einem vermeintlich sicheren Stürzpunkt in Seattle angekommen, wird auch dieser überfallen. Diesmal von Soldaten des Ordens einer fanatischen Sekte, die die Weltherrschaft anstrebt. Aber steckt am Ende doch mehr hinter dem vermeintlichen Bildungsinstitut als man denken möchte?

Willkommen zu den ersten Minuten von DX2 - Invisible War, dem offiziellen Nachfolger des Überraschungshits aus dem Jahr 2000: Deus Ex, der einige Jahre nach Teil 1 spielt. Wieder haben wir es mit einem reinrassigen Aktion-RPG zu tun, das dem Spieler wieder vollkommene Handlungsfreiheit verspricht. Das Spiel wird von 4 Parteien dominiert, denen sich der Spieler anschließen kann, aber nicht muss. So spielt man sich von Mission zu Mission und wird, je nach getroffener Wahl, mit unterschiedlichen Zielen beauftragt. Doch wer blickt noch durch in diesem ganzen Verschwörungswirrwahr: Die Templer, der Apostelchor, die Iluminati, die WTO und der Orden und jede Partei folgt natürlich dem einzig wahren Weg.

Spieler des ersten Teils werden eine Reihe alter Bekannter wieder treffen. So begegnen wir z.B. Tracer Tong, dem Wiederstandskämpfer und auch unserem ehemaligen alten Ego JC Denton, der seine ganz eigenen Pläne verfolgt. Und so wird der Spieler wieder in eine spannende Story hineingezogen, die eigentlich durchgehend bis zum Schluss fesselt.

Leider muss man aber sagen, dass Teil 2 den hohen Erwartungen, die man nach dem hervorragenden Teil 1 hat, nicht gerecht werden kann. Zu groß ist der Name Deus Ex. Das fängt schon damit an, dass der routinierte Deus Ex-Spieler bereits nach weniger als einer Woche das Spiel schon geknackt hat. Und die größte Herausforderung ist dabei die hakelige Steuerung, was ganz klar daher kommt, dass Deux Ex 2 diesmal speziell auch für Konsolen bearbeitet wurde. So vermisst man bspw. die Schnellspeicher- und Ladefunktion, die vor allem an kritischen Stellen sehr stark zu vermissen ist.

Die Physikengine sorgt zwar für nette Effekte, aber mal ganz ehrlich, wenn ich gegen eine Tonne komme, dann sollte sie nicht gleich quer durch den Raum kugeln. Die Grafik hat sich nach Teil 1 natürlich deutlich verbessert, hinkt aber der heutigen Zeit hinterher, zu computergeneriert und steif wirken die Akteure. Auch mag der versierte Spieler die vom Rollenspiel bekannten Skills vermissen, die wohl auch der Konsole zum Opfer gefallen sind. Neu ist hingegen die Bestückung der Implateslots aus Teil 1. Die kann man jetzt für jeden Slot - also Kopf, Arme Körper, Augen, etc - mit Nanobots beeinflussen. Jeder Slot hat 3 Belegungsmöglichkeiten, u.a. auch immer ein Schwarzmarktimplatant, wie z.B. eine Drone, die Lebensenergie aus Bewusstlosen oder Toten zieht - unheimlich!

Fairerweise müssen wir einräumen, dass uns als Testversion nur die bereits im Dezember erschienene US-PC-Version vorlag, die - und das merkt man Ihr an vielen Ecke und Enden an - schnell schnell noch vor dem Weihnachtsgeschäft in die Läden sollte. Und so versprach uns Eidos neben der deutschen Synchro und Lokalisierung auch eine Reihe von Bugfixes für die deutsche Vollversion die Anfang März erwartet wird.


Schaut man über einige Macken hinweg ist DeusEx2 - Invisible War zwar keine Offenbarung, aber eines der besseren Spiele. Der Fakt, dass man nicht an eine bestimmte Seite gebunden ist, sonder immer dass machen kann, was man für richtig hält, ist ein großes Plus des Games. Und welcher Wahre DeusEx-Zocker will nicht wissen, wie die finale Schlacht um die Erde und das Seelenheil der Menschheit entschieden wird? So erhält das Game also in jedem Fall noch eine 2- ...ach ja, und lasst Euch nicht schräg von Cyborgs ansprechen.

Falk T. Puschmann